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Finanzmarkt: Die Chronik der Krise

Die Finanzmarktkrise, die mit einem Abschwung am US-Immobilienmarkt im Herbst 2006 begann, wird immer schlimmer. Banken mussten weltweit schätzungsweise mehr als 500 Milliarden Dollar abschreiben.

Mit der Haus-Krise in den USA begann der große Abstieg der US-Banken.
Mit der Haus-Krise in den USA begann der große Abstieg der US-Banken.
Foto: ap

Die Finanzmarktkrise, die mit einem Abschwung am US-Immobilienmarkt im Herbst 2006 begann, wird immer schlimmer. Banken mussten weltweit schätzungsweise mehr als 500 Milliarden Dollar abschreiben. Eine Chronologie:

Juni 2007: Alarmglocken an der Wall Street: Zwei Hedgefonds der New Yorker Investmentbank Bear Stearns (Bild) straucheln, weil sie in großem Stil in mit Immobilien besicherten Papieren engagiert sind.

Juli 2007: Die Ratingagentur Standard & Poors stuft mit Immobilienkrediten unterlegte Wertpapiere mit einem Gesamtwert von rund 7,3 Milliarden Dollar herab. Andere Ratingagenturen folgen S&P. Die Abwärtsspirale beginnt.

August 07: Auch in Deutschland geraten Banken wegen Fehlspekulationen am US-Immobilienmarkt in den Sog der Krise - etwa die Mittelstandsbank IKB, die Sachsen LB (Landesbank), die WestLB und die BayernLB. Die Sparkassen-Gruppe muss die SachsenLB mit 17 Milliarden Euro stützen. Vier Monate später wird die einzige ostdeutsche Landesbank an die LB Baden-Württemberg verkauft.

September 2007: Besorgte Kunden stürmen die Schalter der britischen Bank Northern Rock. Die Regierung und die Bank von England garantieren die Einlagen, Northern Rock wird vom Staat übernommen.

Oktober 2007: Beim US-Finanzkonzern Citigroup (Bild) bricht der Gewinn ein. Von nun an meldet ein Finanzhaus nach dem anderen Milliardenabschreibungen und Verluste. Bei der Investmentbank Merrill Lynch wird Chef Stan O'Neal durch den Chef der New Yorker Börse NYSE, John Thain, ersetzt.

November 2007: Citigroup-Chef Charles Prince tritt ab.

Januar 2008: Die Schweizer Großbank UBS meldet für das Jahr 2007 wegen der Turbulenzen des US-Immobilienmarkts Abschreibungen von mehr als 18 Milliarden Dollar. Im April kommen weitere 19 Milliarden hinzu. In den Vereingten Staaten von Amerika muss der große Immobilienfinanzierer Countrywide von der Bank of America aufgefangen werden. Der Chef von Bear Stearns, James Cayne, verliert seien Job.

Februar 2008: Der US-Kongress billigt ein Konjunkturprogramm im Umfang von 150 Milliarden Dollar.

März 2008: Bear Stearns steht kurz vor dem Zusammenbruch und muss auf Druck der US-Notenbank einem Notverkauf an J.P. Morgan Chase zustimmen. Die US-Regierung springt mit Garantien ein.

April 2008: Die Deutsche Bank (Bild) meldet für das erste Vierteljahr mit einem Minus von 141 Millionen Euro den ersten Quartalsverlust seit fünf Jahren.

Juli 2008: Die kalifornische Hypothekenbank IndyMac bricht zusammen. Die US-Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac (Bild) geraten immer mehr in Bedrängnis. In Spanien muss die Immobilien- und Finanzgruppe Martinsa-Fadesa Konkurs anmelden.

September 2008: Die US-Regierung übernimmt die Kontrolle bei Fannie Mae und Freddie Mac. Die Krise von Lehman wird immer akuter. Auch andere Finanzkonzerne wie die Investmentbank Merrill Lynch, der Versicherungsriese AIG (American International Group) oder die größte US-Sparkasse Washington Mutual sind von einem heftigen Einbruch der Aktienkurse betroffen.

15. September 2008: Am "schwarze Montag" muss der Investmentbanker Lehman Brother Insolvenz anmelden, Merrill Lynch wird aufgekauft und AIG braucht Überbrückungskredite in Milliardenhöhe.

Datum:  16 | 9 | 2008
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