Zwischen 2009 und 2015 muss Griechenland seine Neuverschuldung – genauer: sein um konjunkturelle Schwankungen bereinigtes Haushaltsdefizit vor Zinszahlungen – drastisch senken. Und zwar nach Berechnungen der französischen Großbank Societe Generale um einen Betrag, der 16,1 Prozent der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) des Landes entspricht. Pro Jahr sind das durchschnittlich 2,7 Prozent des BIP. Das hat es bei einem Industrieland so noch nie gegeben.
Nehmen wir an, die „Troika“ aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) würde Deutschland ein derartiges „griechisches“ Sparpaket auferlegen, so müsste der deutsche Staat innerhalb von sechs Jahren rund 400 Milliarden Euro sparen. Das entspricht rund 70 Milliarden jedes Jahr. Was würde passieren?
Überschlägig gerechnet vielleicht das: Im ersten Jahr macht es sich die schwarz-gelbe Bundesregierung einfach: den Konsum besteuern! Das trägt auch die FDP mit, denn dies trifft die Unternehmen nicht unmittelbar. Also: Die Mehrwertsteuer steigt von 19 auf 26 Prozent! Das bringt in etwa 70 Milliarden Euro, der Sparbetrag fürs erste Jahr wäre damit drin. Das stimmt zwar nicht, da der private Konsum einbricht. Aber das interessiert an dieser Stelle nicht.
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