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Ifo-Präsident Sinn: "Banken-Stresstests zu lax"

Hans-Werner Sinn hat kein Vertrauen in den neuen europäischen Banken-Stresstest. Für den Präsidenten des Münchner Ifo-Instituts stellt der neue Test keine Verbesserung zum alten Test dar, der im letzten Jahr heftig kritisiert wurde.

Hans-Werner Sinn kritisiert den neuen Banken-Stresstest.
Hans-Werner Sinn kritisiert den neuen Banken-Stresstest.
Foto: dpa
München –  

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat sich skeptisch gegenüber dem neuen europäischen Banken-Stresstest gezeigt. Der neue Test dürfte die Aufgabe so wenig erfüllen wie der vorige im Sommer 2010, sagte der Chef des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ laut Vorabbericht. „Akkurate Stresstests würden zeigen, dass viele Banken noch gewaltige stille Laste tragen.“

Viele Wertpapiere, die nach der Lehman-Pleite von den Instituten rückwirkend vom so genannten Handelsbuch ins Anlagenbuch verschoben werden durften, stünden dort noch zu Nennwerten. Dabei würden zum Beispiel griechische Staatsanleihen heute zu nicht einmal 70 Prozent ihres Nennwertes gehandelt. Dort lauerten Gefahren: „Die neuen Stresstests werden diese stillen Lasten aber ebenso wenig aufdecken, wie die alten es taten“, sagte Sinn.

Der Wirtschaftsprofessor forderte eine höhere Eigenkapitalquote für Geldhäuser. „Eine Vorschrift für vier Prozent bilanzielle Eigenkapitalquote oder acht Prozent Kernkapitalquote wäre das Mindeste“, so Sinn. „Die Eigenkapitalquote kann nur zu niedrig sein, nie zu hoch.“

Institute sollen härter geprüft werden

Die Finanzkrise - wie alles begann

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Die neu eingerichtete EU-Bankenaufsicht EBA will mit dem Belastungstest herausfinden, ob die Institute in diesem Jahr für eine neue Finanzkrise gerüstet wären. Mitte bis Ende Juni sollen die Ergebnisse feststehen. Die Bankenaufsicht hat angekündigt, nach der Kritik am ersten europaweiten Banken-Stresstest 2010 in diesem Jahr die Institute härter zu prüfen. Die Methodik im vergangenen Jahr wurde von vielen Kritikern als zu lax abgetan, denn von den 91 gestesteten Häusern waren nur wenige durchgefallen. Dazu zählte kein einziges irisches Institut, obwohl Irland nur kurze Zeit später Milliarden in die Rettung seines Bankensektors pumpen musste. (rtr)

Datum:  5 | 3 | 2011
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