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Kommentar zur Deutschen Bank: Das Casino lebt

Die Deutsche Bank reiht sich ein in die Riege großer Investmentbanken, die wieder satt verdienen. Nun ist die Politik gefordert. Statt Ackermann vorzuwerfen, er schaffe zu hohe Gewinne, sollte sie Vorkehrungen treffen, die das unmöglich machen. Von Robert von Heusinger


Foto: dpa

Die Deutsche Bank reiht sich ein in die Riege großer Investmentbanken, die im ersten Quartal satt verdient haben. Ja, es ist sogar wieder von 25 Prozent Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital die Rede. Und das bei einem deutlich höheren Eigenkapital als vor der Krise.

Sicher ist, dass das Casino lebt. Es wird gehandelt und gewettet, was das Zeug hält, allen Ankündigungen der Regierungen zum Trotz, die Märkte an die Kandare nehmen zu wollen. Grund genug sich über gierige Zockerbanker zu empören?

Robert von Heusinger leitet die Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Rundschau.
Robert von Heusinger leitet die Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Rundschau.
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Gemach. Was sagt schon das Ergebnis eines Quartals aus? Erstens sind die Bilanzierungsvorschriften derart undurchsichtig, dass niemand außer Josef Ackermann, dem Chef der Deutschen Bank, wirklich beurteilen kann, was vom Gewinn Gewinn ist und was Buchungstricks sind.

Zweitens hat der Wettbewerb im Investmentbanking stark abgenommen, was zu deutlich höheren Margen geführt hat. Vielleicht hat die Deutsche Bank sogar bei geringerem Risiko als früher die fette Renditen eingestrichen.

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Empörend ist nur die Uneinsichtigkeit Ackermanns, der nach wie vor an diesen hohen Renditen als Zielvorgabe hängt. Er will nicht einsehen, dass es im Kapitalismus einen schlichten Zusammenhang gibt: Je höher das Risiko, desto höher auch die Rendite - ganz langfristig natürlich, weil kurzfristig immer wieder horrende Verluste die zuvor eingefahrenen Renditen zunichte machen.

Negiert Ackermann glaubhaft, dass die Deutsche Bank riskante Geschäfte tätigt, dann gibt es nur noch eine weitere Erklärung für enorme Renditen: mangelnder Wettbewerb. Solange es Kartelle oder Monopole gibt, sind hohe Gewinne selbst ohne Risiko kein Kunststück. So einfach ist das.

In beiden Fällen ist die Politik gefordert. Anstatt Ackermann vorzuwerfen, die Deutsche Bank mache zu hohe Gewinne, sollte sie Vorkehrungen treffen, die das unmöglich machen. Also entweder die Marktmacht der großen Investmentbanken beschneiden, oder es müssen Vorschriften verschärft werden, hohe Risikopuffer zu halten, wenn die Renditen aus riskanten Wetten resultieren.

Eins ist gewiss: Die Regulierer haben noch viel zu tun, soll aus dem Casino wieder ein ordentlich funktionierender Kapitalmarkt werden.

Autor:  ROBERT VON HEUSINGER
Datum:  27 | 4 | 2009
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