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Gewinnstreben: Rating-Agenturen an der Macht

Die nüchterne Erklärung einer Rating-Agentur verwandelt europäische Rettungsbemühungen in einen Scherbenhaufen. Die FR erklärt, wie Ratingagenturen funktionieren und wieso sie solche Macht haben.

Die Empörung ist groß. Da haben Parlamente und Regierungen nächtelang mit- und gegeneinander gerungen, wie die Gläubiger an der Rettung Griechenlands beteiligt werden könnten, damit nicht immer nur die Steuerzahler die Zeche zahlen. Die Notenbanker wurden befragt und die Geschäftsbanken „überzeugt“. Das französische Modell stand – die Banken waren mit im Boot. Und dann kommt die Rating-Agentur Standard & Poors und warnt, sie werde die Beteiligung privater Gläubiger als Zahlungsausfall werten. Die ganze Mühe war also umsonst. Nur: Wieso hat die Agentur überhaupt das Recht dazu?

Was sind Rating-Agenturen? Zuallererst sind es private Unternehmen, die Umsatz und Gewinn machen wollen. Danach sind Rating-Agenturen nichts anderes als kleine Recherche-Einheiten: Ein paar Betriebswirte, ein paar Volkswirte und Mathematiker, die anhand von Unternehmensbilanzen versuchen abzuschätzen, wie kreditwürdig eine Firma ist. Und die versuchen zu erkennen, wie wahrscheinlich es ist, dass die Firma in zehn Jahren noch in der Lage sein wird, den Kredit pünktlich zurückzuzahlen.

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Autor:  Robert von Heusinger
Datum:  5 | 7 | 2011
Seiten:  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
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