Jugendliche werden diesen Film anders sehen als Länger-schon-Erwachsene. „Jonas“ spielt in einem Milieu, das den Einen aus täglicher Anschauung vertraut ist. Die Anderen sind ihm entwachsen. Für sie wird das Wiedersehen vielleicht mit Wehmut ob der verflogenen Jahre verbunden sein, oft auch mit Erleichterung. Denn der Film wurde in einer Schule gedreht.
In der ersten Szene hält Jonas mit dem Auto an einer Imbissbude, kauft sich eine Currywurst und fragt nach dem Weg zur Schule. Er ist der Neue für die Klasse 10/1 und kommt gleich zu spät. Er hat eben keinen Bock auf Schule, doch dies ist seine letzte Chance auf einen ordentlichen Abschluss.
Er ist älter als seine Mitschüler, das ist klar. Wie viel älter er wirklich ist, weiß jeder Kinogänger. Denn Jonas ist der Schauspieler Christian Ulmen, der täglich jung rasiert und geschminkt wurde. In der Gesamtschule „Paul Dessau“ in Zeuthen bei Berlin kann man sehen, wie die Schüler und Lehrer um ihn herum und mit ihm agieren.
Der Regisseur Robert Wilde sieht „Jonas“ als Dokumentarfilm an, weil er eine Kunstfigur in der Realität beobachtet. Das Drehbuch wurde durch die Schulroutine bestimmt und während der Dreharbeiten weiterentwickelt.
Die Kamera sieht die Lehrer durch Jonas’ Augen und zeigt ihn selbst im Unterricht. Der Film macht die Anstrengung der Lehrer, einen Haufen Halbwüchsiger täglich zu motivieren, sichtbar. Auch dadurch, dass Jonas nicht nur einmal nach der Stunde nach vorn geht und sich für den Unterricht bedankt.
Eine Lehrerin lockt er in die Kirche und befragt sie zum Thema Glauben. Einem Lehrer widerspricht er, als dieser sagt, man lerne für einen anständigen Beruf, damit man mal in die Rentenkassen einzahlen könne. Ob denn nicht auch das Lernen selbst Freude machen solle, fragt Jonas.
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