Bayreuth. Die Richard-Wagner-Festspiele erweitern ihr multimediales Angebot. In Zusammenarbeit mit dem renommierten Musikproduzenten Opus Arte soll künftig jedes Jahr eine Produktion aus dem Festspielhaus als CD, DVD, Blu-ray und als Download erscheinen, kündigte Festspielleiterin Katharina Wagner am Dienstag in Bayreuth an.
Den Anfang macht noch in diesem Herbst die Oper "Tristan und Isolde", die bei den an diesem Freitag zu Ende gehenden Festspielen aufgezeichnet wurde. Parallel dazu wird erstmals "Der Ring des Nibelungen" mit Dirigent Christian Thielemann als CD auf den Markt kommen.
Der Vertrag mit Opus Arte, einer hundertprozentigen Tochter der Royal Opera in London, ist zunächst bis 2015 befristet. "Opus Arte ist ein Partner, der mit dem sensiblen Thema sehr sensibel umgeht", sagte Wagner zu den besonderen qualitativen Anforderungen der Festspiele. Mittelfristig ist nach Angaben von Opus-Arte- Geschäftsführer Roland Ott auch die Zusammenarbeit mit ausgewählten Kinos und dem Fernsehen geplant. Einen Wachstumsmarkt sieht Ott angesichts der hohen Bild- und Tonqualität insbesondere bei dem Medium Blu-ray.
Als musikalischen Partner für das Projekt "Wagner für Kinder" haben die Bayreuther Festspiele das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt/Oder gewonnen. "Unser besonderes Anliegen ist es, Musik für Kinder aufzuarbeiten im Sinne der Erziehung zur Menschlichkeit durch Musik", betonte Intendant Peter Sauerbaum. Nach der viel gelobten Premiere mit der Oper "Der fliegende Holländer" in diesem Jahr soll 2010 die Oper "Tannhäuser" folgen. Auch die auf 2000 Exemplare limitierte DVD der Kinderoper ist laut Wagner auf sehr große Resonanz gestoßen.
Katharina Wagner zog eine positive Bilanz ihres ersten Jahres in der gemeinsamen Festspielleitung mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier. Trotz der Aufteilung der Arbeitsbereiche würden alle Entscheidungen gemeinsam getroffen, sagte die 31-Jährige. "Das alles hat sich wunderbar eingespielt." Entgegen den Erwartungen wurde der Name des Regisseurs für die Neuinszenierung des "Ring des Nibelungen" im Jubiläumsjahr 2013 - dem 200. Geburtstag Richard Wagners - bei der Abschlusspressekonferenz nicht genannt.
Sehr produktiv und hoch professionell sind nach Angaben Wagners die Bauproben für die Neuinszenierung des "Lohengrin" in der Regie von Hans Neuenfels im kommenden Jahr verlaufen. "Ich freue mich, dass diese wirkliche Ikone des Regietheaters hier ist", sagte Katharina Wagner. Die spannende und innovative Produktion werde - wie es in Bayreuth auch sein soll - für sehr viel Diskussionsstoff sorgen. Dringend nötig ist nach Angaben der Festspielleiterin der Bau einer neuen Probebühne, die Platz für zwei Bühnenbilder bieten und ein komprimiertes und konzentriertes Arbeiten ermöglichen soll. Die Kosten von vier bis fünf Millionen Euro werde größtenteils die Mäzenaten-Gesellschaft der Freunde von Bayreuth übernehmen. Für Oktober erwartet Wagner grünes Licht seitens des Verwaltungsrates der Festspiele und der Stadt Bayreuth.
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