kalaydo.de Anzeigen

Berlin: Museales Monopoly um Gemäldegalerie

Berlin gönnt sich in diesen Tagen eine kulturpolitische Sommerdebatte. Die Stadt streitet um ihre kulturelle Neuordnung. Von Harry Nutt

Blick auf den Eingangsbereich des Kulturforums in Berlin. (Archivfoto).
Blick auf den Eingangsbereich des Kulturforums in Berlin. (Archivfoto).
Foto: dpa

Berlin gönnt sich in diesen Tagen eine kulturpolitische Sommerdebatte. Was wird aus der Berliner Gemäldegalerie, die am Kulturforum zwar manch Großartiges zu bieten, aber stets ein Schattendasein im Ensemble der Berliner Kulturschätze geführt hat? War es nicht längst beschlossene Sache, dass die Gemäldegalerie mit ihren Rembrandts, Holbeins und Tizians umzieht auf die Museumsinsel, wo demnächst ein paar Zimmer frei werden sollen?

Seit der Durchsetzung der Idee des Humboldt-Forums im noch zu errichtenden Stadtschloss wird allerorten wieder groß gedacht. Vor dem Berliner Stadtmodell tummelt sich allerhand Personal, das Türmchen baut und Klötzchen versetzt. Hier ein Schloss, dort eine ganz neue Mitte.

Entsprach die Berliner Museumslandschaft der Nachkriegszeit dem gebotenen bundesrepublikanischen Pragmatismus, so soll nun alles noch einmal ganz neu sortiert werden. Ein Masterplan, der Preußen in eine museumsdidaktische und kulturwissenschaftlich orientierte Zukunft überführt. Aus solch einer Sicht erweist sich das Kulturforum als museales und stadtplanerisches Debakel. Auf den weiten Treppen ist es zugig, und in die stattlichen Häuser haben sich nicht einmal die Abonnenten der Philharmonie verirrt.

Die Verknüpfung von Gemälde-Galerie und Bodemuseum, also die Präsentation von Malerei und Skulptur nach der Idee von Wilhelm Bode, galt daher seit einiger Zeit als Maß der Dinge. So sah es Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK). Und so mag es auch Michael Eissenhauer gesehen haben, der Generaldirektor der Staatlichen Museen.

Gesagt hat er zuletzt aber anderes. In einem Interview hat er unlängst verlauten lassen, dass die Gemäldegalerie auf absehbare Zeit nicht auf die Museumsinsel ziehen werde. "Im Moment ist niemandem verständlich zu machen", so Eissenhauer, "für 50 Millionen Euro eine neue Gemäldegalerie bauen zu wollen und für den Umbau der alten 20 Millionen zu brauchen."

Die Berliner Sommerdiskussion, in die sich Kulturstaatsminister Neumann ebenso eingemischt hat wie Berlins Kulturstaatssekrtär André Schmitz, ist vordergründig eine um große Entwürfe. Tatsächlich aber geht es um Geld. Die drei kulturellen Zentren mit städtetouristischer Relevanz wollen nicht nur platziert, sondern auch solide ausgestattet und finanziert sein.

Die SPK möchte beim Museumsmonopoly auch sicher gehen, verlässlich oft über Los zu kommen. Die Stiftung leidet aber schon jetzt unter den Zerrungen, die der Spagat zwischen Zukunfts- und Haushaltsplanung hervorruft. Aber Jammern gilt nicht, wenn Großes bewegt werden soll.

Autor:  Harry Nutt
Datum:  20 | 8 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Theatertreffen 2012
Der Ausnahmefall: „Borkman“ an der Volksbühne.

Alles rund ums bedeutendste deutsche Theaterfestival, das Theatertreffen vom 4.-21. Mai 2012 in Berlin.

Anzeige

Film

Die Filmwoche: Was läuft wann in welchem Kino? Alle Neustarts, alle Filme, alle Kinos, alle Zeiten.

Medien
Das Fünf-Sterne-Hotel
Polen und Ukraine im TV 
Reinhard Mirmseker mit Manuela Wolf in der „Wernesgrüner Musikantenschenke“.
Korruption 
Twitter wird für den Erfolg von Kinofilmen immer wichtiger.
Soziale Netzwerke entscheiden über Kino-Erfolge 
Wie beliebt wir in den sozialen Netzwerken sind, hat immer mehr Auswirkungen auf das
Facebook, Twitter und Co. 
Theatertreffen

Video

Ressort

Kritiken und Nachrichten: Theater, Musik, Literatur, Film und Fernsehen


Oper
Ganz so schick wie bei den prominenten Vertretern unserer Spezies muss es dann doch nicht immer sein.

Hustenanfälle, Papierknistern, Opernglas ja oder nein - ein kleiner Ratgeber für den gelungenen Opernbesuch.

Quiz
Tatort-Logo

Seit 40 Jahren gibt's fast jeden Sonntag im Fernsehen Mord und Totschlag. Mit dem Tatort beweist das öffentlich-rechtliche Fernsehen immer wieder seine Leistungsfähigkeit. Was wissen Sie über die Krimi-Reihe? Testen Sie's!

Meistgeklickt
Das DFB-Bundesgericht mit dem Vorsitzenden Goetz Eilers hat entschieden: Das Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC wird nicht wiederholt.
Kein Wiederholungsspiel zwischen Düsseldorf und Berlin 
        

Petra Roth spricht über das Buch, das Matthias Arning (rechts) geschrieben hat.
Petra Roth 
Diese Schilddrüse ist eindeutig krank.
Skandal am Klinikum Hildesheim 
        

2006 mit der Seeger Session Band in der Festhalle. Springsteen präsentiert ein Album, das er mit 17 Straßenmusikern aufgenommen hat.
Bruce Springsteen 
 
 
 
 
 
 
 
 
World Press Photo
Das beste Pressefoto 2012: Eine jemenitische Frau hält einen verwundeten Verwandten in ihren Armen.

Beeindruckende Aufnahmen: FR-online.de präsentiert interaktiv die Pressefotos des Jahres.

Anzeige

FR-Serie

Erleben wir tatsächlich Umbrüche oder dramatisieren wir nur? Auf diese Frage suchen Wissenschaftler und Intellektuelle Antworten.

ANZEIGE
- Informationen finden, um die Main Metropole Frankfurt entdecken und erleben zu können.
- Fragen & Antworten
- Bei HOH finden Sie Hardware, Computer und aktuelle Software zu günstigen Preisen.
- Kauftipps!
Quiz
Dezember 2006.

Thomas Gottschalk hat sich bei "Wetten, dass..." verabschiedet. Er bewegt die TV-Nation. Testen Sie Ihr Wissen.