Der Schauspieler Claus Eberth, ein Mann, der wirkte wie ein Baum, ist - bereits am Mittwoch, wie gestern bekannt wurde - im Alter von 74 Jahren gestorben. Auch wenn Eberth in den letzten Jahren zart geworden war und manchmal fast zerbrechlich wirkte, man kann es sich nicht vorstellen: dieser starke Mann tot? Wie soll das gehen?
Im Film, vor allem der siebziger Jahre, war Eberth gern der aufrechte Proletarier. Im Ensemble der Münchner Kammerspiele, wohin er 1976 wechselte, war er über die Jahrzehnte der Mann für die kriegerischen Helden auf der einen Seite, den aufrechten Oberst Kottwitz etwa, und die Patriarchen auf der anderen Seite, der Onkel Wanja oder Gerichtsrat Walter etwa. Manchmal war er eine Mischung aus beidem wie als Amphitryon. Vielleicht war der Achill in Shakespeares "Troilus und Cressida" seine Paraderolle. Achill, der Überkämpfer, die Kriegsmaschine, der er etwas Poröses, Brüchiges gab. Machtvoll, mit seiner überwältigenden Stimme, und doch zerbrechlich und bedroht.
Wenn bei Kleist Achill und Penthesilea sich zu Tode kämpfen und lieben, heißt es dazu, dass der Wind nicht die kranke, sondern die gesunde Eiche fälle, "weil er in ihre Krone greifen kann". Nur so kann man sich das mit dem Tod bei Claus Eberth vorstellen, der eine mächtige Schauspielerkrone auf dem Kopf trug.
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