Jeremy Cohn, Sammy Abusrur und Rayna Garcia hatten bislang nur eines gemeinsam: Die drei Studenten . Doch seit wenigen Tagen verbindet den jüdischstämmigen Cohn, den arabischstämmigen Abusrur und die Nachfahrin lateinamerikanischer Einwanderer nun eine gemeinsame Legende: Sie werden als Helden gefeiert, weil sie die ehemalige Außenministerin Condoleezza Rice vor der Nation bloß stellten. (siehe FR-online) Sie taten das Selbstverständliche, das so viele Journalisten vermieden: Nachdenken und Nachfragen.
Nach acht Jahren in der Bush-Regierung war Condoleezza Rice am 27. April wieder an ihrer ehemaligen Arbeitsstätte, dem konservativen Hoover Institut an der Stanford Universität. Es gab ein Abendessen mit 20 handverlesenen Studenten und einen Empfang in der Eingangshalle des Studentenheims. Dort hatten Cohn und Abusrur Rice zur Folter befragt.
Die Stanford-Studentin, die das Interview filmte und in das Internet stellte können Sie hier sehen.
Unabhängig von den beiden jungen Männern hatte Rayna Garcia mit ihrer Digitalkamera das Treffen aufgenommen und den sieben-minütigen Film später ins Internet gestellt. Innerhalb weniger Stunden war es einer der meist gesehenen Filme auf You tube. Die drei Studenten sind über Nacht zu Stars geworden und fühlen sich sichtlich unwohl in ihren neuen Rollen.
Wenn der Politik-Student Jeremy Cohn bislang in der Öffentlichkeit auftrat, dann höchstens als Alt-Saxophon-Spieler in der Studentenband von Stanford. Cohn erklärte: "Ich wollte höflich bleiben". Er sei verschreckt gewesen, als Rice ihren Zeigefinger auf richtete und ihn etwas herabwürdigend aufforderte, seine Hausaufgaben zu machen. Genau diese Reaktion hatte Sammy Abusrur motiviert, seinem Kommilitonen zu Hilfe zu kommen und Rice mit der simplen Frage zu konfrontieren: "Ist Waterboarding (simuliertes Ertrinken) Folter?"
Auch Ranya Garcia war an diesem Abend nicht mit bösen Absichten gekommen. Die 19jährige wollte lediglich Aufnahmen von der prominenten Besucherin machen. In einem Interview mit der Talkshow The Young Turks (Jungtürken) erklärte Garcia , sie wolle sich für den Kurs einschreiben, den Condoleezza Rice im kommenden Semester in Stanford unterrichtet. Ob das überhaupt geschieht ist nun allerdings fraglich. "Es ist unmöglich eine Professorin in der politischen Fakultät zu beschäftigen, die Lügen erzählte, um uns in einen illegalen Krieg zu treiben und die Folter genehmigt hat", sagte eine Vertreterin ehemaliger Studenten.
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