Vor vier Jahren, nach dem Tod seiner Filmpartnerin Evelyn Hamann, sagte er: „Liebe Evelyn, dein Timing war immer perfekt, aber dieses Mal hast du die Reihenfolge nicht eingehalten. Na warte!“
Vielleicht treffen sie sich gerade wieder. Am Montag ist Vicco von Bülow, bekannt als Loriot, im Alter von 87 Jahren gestorben. In einem Ausstellungskatalog zu seinem 70. Geburtstag kommentierte der Geehrte die Stationen seines Lebens mit Texten und Bildunterschriften. Weit vorn im Buch steht eine Karikatur aus dem Jahr 1949: Ein Mann hockt in der Zimmerecke. Auf Schildern an einer Wand steht „Hut“, „Mantel“, „Mehl“, „Gäste“. Das jeweils Zutreffende hängt über dem Schild an Flaschenzügen unter der Decke. Der Mann ist Zeichner, und er wohnt beengt. „Da das Blatt etwas abseits meiner künstlerischen Ziele lag, signierte ich es mit LORIOT. Es war das erste Mal.“
Vicco von Bülow ist ein armer Student an der Landeskunstschule Hamburg und bewohnt ein Zimmer von acht Quadratmetern, das er bei einem Friseur gemietet hat. „Loriot“ benutzt er als Pseudonym – der französische Name des Pirols, Wappentier derer von Bülow. Er will Künstler werden, kein Witzzeichner.
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