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Unesco: Dresden verliert Welterbe-Titel

Das Dresdner Elbtal wird seinen Welterbetitel wegen des Baus der Waldschlößchenbrücke aller Voraussicht nach verlieren. In der Beschlussvorlage des Unesco-Welterbezentrums ist die Aberkennung vorgesehen.

Ökologisch wertvoll: das Elbtal bei Dresden.
Ökologisch wertvoll: das Elbtal bei Dresden.
Foto: dpa

Berlin. Das Dresdner Elbtal wird seinen Welterbetitel wegen des Baus der Waldschlößchenbrücke aller Voraussicht nach verlieren. Nach dpa-Informationen ist es nahezu ausgeschlossen, dass sich die 21 Mitglieder des Welterbekomitees doch noch für den Erhalt einsetzen oder die Entscheidung bei ihrer Sitzung im spanischen Sevilla vertagen. In der Beschlussvorlage des Welterbezentrums der UNESCO in Paris ist die Aberkennung des Titels vorgesehen. Aus Regierungskreisen heißt es, lediglich ein neues Brückendesign könne eventuell noch zu einer Verschiebung der Entscheidung führen. Das Welterbezentrum nehme Dresden aber als "eher unkooperativ" bei der Suche nach einer gütlichen Lösung wahr.

Das Dresdner Elbtal steht seit 2006 auf der sogenannten Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten. Die UNESCO ist der Ansicht, dass die Waldschlößchenbrücke das Elbtal irreversibel zerschneidet und die Kulturlandschaft mit ihren Flussauen zerstört.

Schlechte Nachrichten aus Sevilla haben auch die Städte Schwetzingen, Aachen und das Bundesland Rheinland-Pfalz zu befürchten. Sie hatten Anträge gestellt, die nach den Beschlussvorlagen für die Sitzung abgelehnt oder zumindest aufgeschoben werden sollen.

Dem Antrag der nordbadischen Barockstadt Schwetzingen auf einen Welterbetitel für Schloss und Garten soll nach Ansicht der Welterbe-Gutachter ebenso wenig entsprochen werden wie dem Antrag Aachens, neben dem Dom auch das heutige Rathaus in den Katalog der schützenswerten Kulturdenkmäler aufzunehmen.

Diskussionen gibt es nach dpa-Informationen noch über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Rheinland-Pfalz will in diesem Jahr endlich die Entscheidung über einen Brückenbau treffen. Vom Welterbekomitee erhofft es sich eine klare Stellungnahme dazu, ob das Bauwerk mit dem Welterbetitel vereinbar ist. Vor allem der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) soll die geplante Brücke in dem Tal mit dem berühmten Loreley-Felsen allerdings kritisch sehen.

Keine endgültige Entscheidung des Welterbekomitees ist in Bezug auf das Werk des französischen Architekten Le Corbusier zu erwarten, von dem ein Bauwerk auch in Stuttgart steht. Die Experten wollen nicht alle vorgeschlagenen Bauwerke auf die Liste setzen und schlagen deswegen vor, eine neue, reduzierte Liste einzureichen. Auf dieser sollten nur Bauten stehen, die wirklich als besonders für das Werk des Architekten angesehen werden können.

Positive Nachricht: Als so gut wie sicher gilt, dass das Wattenmeer als Weltnaturerbe ausgezeichnet wird. Die Beschlussvorlage sieht die Annahme des Antrags von Bund, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und den Niederlanden vor. Das Wattenmeer stünde damit auf einer Stufe mit so bekannten Naturwundern wie dem Great Barrier Reef, dem Grand Canyon, den Galapagos-Inseln oder dem Serengeti-Nationalpark.(dpa)

Datum:  13 | 6 | 2009
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