Der Volkswille zum Wandel ist mit dem trotzigen Beharren des Marktes auf dem Status Quo nicht vereinbar. Jeder Schritt in eine neue Richtung wird sofort mit einer kurzfristigen Markterschütterung quittiert werden.
Dennoch ist der Moment für die unvermeidlichen Turbulenzen sehr günstig. In den letzten drei Monaten gab es so viele Erschütterungen, dass eine Stabilisierung des Marktes äußerst überraschend wäre. Das gibt Obama die Gelegenheit, die Rufe nach einem sanften Übergang zu ignorieren und erst einmal die unangenehmen Dinge zu erledigen.
Es wird ihn wohl kaum jemand für eine Krise verantwortlich machen, die offensichtlich vor seinem Amtsantritt begonnen hat. Auch wird ihm niemand vorwerfen, dass er die klar geäußerten Wünsche seiner Wähler umsetzt.
Wenn die Machtübergabe eines funktionierenden und vertrauenswürdigen Regimes an das nachfolgende ansteht, ist ein sanfter Übergang wünschenswert. Wenn man sich aber von einer Ära verabschiedet, in der kriminelle Machenschaften und eine überkommene Ideologie herrschten, mag ein etwas holpriger Start ein sehr gutes Zeichen sein.
Naomi Klein schreibt für The Nation und The Guardian, London. Ihre jüngstes Buch ist "Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus" (S. Fischer). Unseren Text übersetzte Andrian Widmann.
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