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Frankfurter Buchmesse: Sperre für Tibet-Flyer aufgehoben

Die Buchmesse erlaubt einer Tibet-Initiative nun doch, auf Messegängen für eine Veranstaltung über in China verfolgte tibetische Autoren zu werben. Man nehme keine "besondere Rücksicht" auf den Ehrengast China.

Die tibetische Schriftstellerin Tsering Woeser wurde 1966 geboren. Die chinesische Regierung hat ihre Blogs immer wieder gehackt und sie zeitweise unter Hausarrest gestellt.
Die tibetische Schriftstellerin Tsering Woeser wurde 1966 geboren. Die chinesische Regierung hat ihre Blogs immer wieder gehackt und sie zeitweise unter Hausarrest gestellt.
Foto: The Tibet Mirror

Der Antrag der "Internationalen Kampagne für Tibet", auf der Frankfurter Buchmesse für eine Veranstaltung über in China verfolgte tibetische Autoren zu werben, hat für Wirbel gesorgt. Die Messeveranstalter kündigten am Montag an, die Initiative dürfe nun doch Flyer auf Messegängen verteilen, "wo dem keine Sicherheitsbestimmungen entgegen stehen".

Zuvor war der Antrag abgelehnt worden. Bei der Frankfurter Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober ist China Gastland. Die Tibet-Initiative ist auf der Messe mit einem Stand vertreten und veranstaltet eine Lesung mit dem Schauspieler Hannes Jaenicke.

Zur Sache

Seit 2003 besteht die deutsche Sektion der "Internationalen Kampagne für Tibet". Erstmals ist die Initiative, die nach eigenen Angaben in der Bundesrepublik 14.000 Menschen fördert und unterstützt, mit einem Stand auf der Buchmesse vertreten.

Die Messe findet vom 14. bis 18. Oktober statt.

In einem Schreiben der Buchmesse von Anfang September an die Initiative, das dem epd vorliegt, wurde das Verteilen untersagt. Bei der Genehmigung von "Sonderaktionen außerhalb der Ausstellerstände" müssten "Besucherreaktionen" berücksichtigt werden, heißt es.

"In engen Gängen, an Rolltreppen, mitten im Besucherstrom kann durch eine angeregte und im Prinzip gewünschte Diskussion ein hohes Gefahrenpotenzial durch sich aufstauende Menschen entstehen." Als Veranstalter wolle man den Besuchern "ein Höchstmaß an Sicherheit für ihren Aufenthalt auf dem Messegelände gewähren".

Der Geschäftsführer der deutschen Sektion der Tibet-Kampagne, Kai Müller, hatte die Ablehnung scharf kritisiert: "Wir halten die Bedenken für vorgeschoben und nicht haltbar." Er bezeichnete die Einschränkung als Zensur. Aus Angst, das Gastland China zu brüskieren, sei der Initiative das Werben auf den Gängen untersagt worden. Die Entscheidung der Buchmesse vom Montag begrüßte Müller. Jedoch sei abzuwarten, "was das genau bedeutet". Fraglich sei, warum dies nicht von Anfang an kommuniziert worden sei.

Am Montag wies die Buchmesse in einem Schreiben den Vorwurf zurück, sie nehme auf den Ehrengast China "in irgendeiner Weise" besondere Rücksicht. "Der freie Informationsfluss und die Freiheit von Meinung und Rede sind das höchste Gut der Frankfurter Buchmesse." Auf die rund 2.900 Messe-Veranstaltungen werde in den Werbemedien hingewiesen. Dazu gehöre auch die Tibet-Veranstaltung, die etwa im "Zeit"-Veranstaltungskalender aufgeführt sei.

Datum:  14 | 9 | 2009
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