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Adrien Brody in "Predators": Halali im Weltall

Nimród Antal lässt in "Predators" zur Menschenjagd blasen: Man bekommt für sein Geld Raubeine statt Charaktere, den genreüblichen Abzählreim und riesige Logiklöcher. Von Michael Kohler

Frönt der Gewalt: Alice Braga in Predators.
Frönt der Gewalt: Alice Braga in "Predators".
Foto: Twentieth Century Fox

Allmählich wäre es Zeit, aus dem Albtraum zu erwachen. Der Held fällt und fällt, ohne zu wissen, wie ihm geschieht, er stürzt eine kleine Ewigkeit durch Wolken, dann rast die Erde auf ihn zu, bis sich im letzten Moment der Fallschirm öffnet und ihm das Leben rettet. Am Boden rappelt sich der bis an die Zähne bewaffnete Soldat mühsam auf, und während er sich noch die blauen Flecken aus dem geschundenen Körper schüttelt, rauschen schon die nächsten Opfer durch die Baumwipfel.

Was ist hier los, fragt sich das dreckige Septett aus Söldnern, Soldaten und Mördern, das ein mysteriöser Sportsmann über einem fremden Planeten abgeworfen hat, um es zu jagen. Es dauert nicht lange, bis sie dahinterkommen, obwohl auch die Vermutung des Auftragskillers ihren Charme hat: Wir sind tot und in der Hölle wieder aufgewacht.

Der Film

Predators, Regie: Nimród Antal, USA 2010, 107 Minuten.

Nachdem sich die außerirdische Predators-Rasse zwei Kinofolgen mit den Monstern aus "Alien" vergnügte, haben sie offenbar gemerkt, dass das gefährlichste Wild auf Erden und weit über die Grenzen der Milchstraße hinaus der Mensch ist. In regelmäßigen Abständen entführen sie deshalb besonders "edle" Exemplare (eines sogar aus der Todeszelle) und setzen sie auf einem zum Jagdrevier umgestalteten Planeten aus.

Es sind durchaus würdige Gegner, denen letztlich aber ein Genie des Bösen als Drehbuchautor fehlt. In den mehr als hundert Minuten von Nimród Antals "Predators" gibt es nur zwei wirklich gelungene Überraschungen: Einmal, dass ausgerechnet Spargeltarzan Adrien Brody die menschlichen Kämpfer durch den Dschungel führt; zweitens absolviert Laurence Fishburne einen wunderbaren Gastauftritt als Robinson Crusoe des Reservats.

Ansonsten bekommt man für sein Geld Raubeine statt Charaktere, den genreüblichen Abzählreim und Logiklöcher, so groß, dass eine ganze Raumschiff-Flotte hindurchrauschen könnte. Langweilig ist der Film zwar nicht, aber man ahnt, warum einst Ernest B. Schoedsack im Menschenjagd-Klassiker "The Most Dangerous Game" den Kopf des Schurken bereits nach einer guten Stunde in die Höhe hält.

Autor:  Michael Kohler
Datum:  8 | 7 | 2010
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