Michael „Bully“ Herbig ist mit dem Karl-Valentin-Orden 2011 geehrt worden. Der Komiker, Schauspieler und Regisseur nahm die Auszeichnung am Dienstag in München von der Faschingsgesellschaft Narrhalla entgegen. „Ich bin sehr stolzer Preisträger“, sagte Herbig. Die Narrhalla sehe in ihm einen „geistigen Urenkel“ des bayerischen Komikers Karl Valentin, sagte der Vizepräsident der Faschingsgesellschaft, Günther Grauer, in seiner Begründung.
Mit dem vergoldeten Orden, der Karl Valentin auf einem Fahrrad darstellt, werden seit 1973 jährlich Persönlichkeiten aus Politik, Kunst, Wissenschaft oder Literatur ausgezeichnet. Andere Preisträger des Ordens waren unter anderen der am Montag verstorbene Vicco von Bülow sowie Iris Berben, Thomas Gottschalk und Hape Kerkeling.
Im vergangenen Jahr erhielt Maria Furtwängler die Auszeichnung. Die Verleihung erfolgt für die „humorvollste beziehungsweise hintergründigste Bemerkung im Sinne von Karl Valentin, für eine Rede oder Handlung, für ein Zitat, welches in der Öffentlichkeit publik wurde“.
In diesem Jahr führte die Gesellschaft allerdings kein Zitat an, Herbig werde für sein bisheriges Werk geehrt. „Dieser Mann hat so viel erreicht von seinem künstlerischen Schaffen, dass da ein Zitat zu schade wäre“, sagte Grauer. Dass er als „geistiger Urenkel“ Valentins bezeichnet werde, schmeichle ihm, sagte Herbig. Dennoch halte er es für gewagt. „Es ist so gewaltig, es erdrückt einfach, so ein Kompliment.“
Narrhallamarsch bei der Verleihung
Zur Verleihung war Herbig mit Grauer und zwei weiteren Narrhalla-Mitgliedern, die in roten Sakkos und Narrenkappen erschienen waren, zur traditionellen Narrhalla-Marschmusik in eine Galerie im Hotel Bayerischer Hof einmarschiert. „Das war saukomisch“, sagte Herbig hinterher. Sein Verhältnis zu Fasching sei allerdings gespalten. Als Jugendlicher habe ihn einmal während der Karnevalszeit eine als Katze verkleidete „reife“ Frau auf dem Münchner Viktualienmarkt „angeschnurrt“ - „das hat mich damals schockiert“, sagte er schmunzelnd.
„Bully“ verriet auch seine Lieblingszitate von Karl Valentin: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ und „Jedes Ding hat drei Seiten: eine positive, eine negative und eine komische“. Allerdings habe er keine engere Beziehung zu dem Werk des Komikers, sagte Herbig.
Verspätete Verleihung
Die ursprünglich für den 28. Januar geplante Verleihung hatte Herbig abgesagt, weil kurz zuvor Regisseur Bernd Eichinger verstorben war. Die Verleihung fand nun nur mit wenigen Gästen bei einer Pressekonferenz statt. Herbig will den Orden in dem im Juni eröffneten „Bullyversum“ in der Bavaria Filmstadt in München aufbewahren, das zahlreiche Requisiten, Preise und Fotos aus seinem Schaffen zeigt. (dapd)
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