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09. Juni 2008

Krebserkrankung: Schriftsteller Peter Rühmkorf tot

Der Autor Peter Rühmkorf während einer Pressekonferenz in Hamburg. Foto: dpa

Der Autor starb am Sonntag im Alter von 78 Jahren in seinem Haus in Schleswig-Holstein. Er soll posthum mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet werden.

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Hamburg (ddp/dpa) - Der Dichter und Schriftsteller Peter Rühmkorf ist tot. Das teilte der Reinbeker Rowohlt Verlag am Montag mit. Demnach ist der gebürtige Dortmunder am Sonntag zu Hause in Hamburg gestorben. Er wurde 78 Jahre alt. Wenige Stunden vor der Nachricht vom Tode des Dichters war bekanntgeworden, dass er den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor 2009 erhält.

Der schwer an Krebs erkrankte Schriftsteller habe vor gut einer Woche auf seinem Krankenlager von der Preisvergabe erfahren, teilte die Stiftung Brückner-Kühner mit. Die Auszeichnung soll nun im Februar 2009 während einer Festveranstaltung seiner Witwe Eva Rühmkorf im Kasseler Rathaus überreicht werden.

Mit Trauer und tiefer Betroffenheit haben Schriftstellerkollegen auf den Tod Rühmkorfs reagiert. "Die deutsche Literaturszene verliert nicht nur einen ihrer streitbarsten Köpfe, sondern auch einen der großen Lyriker der Nachkriegszeit, Hamburg einen seiner bedeutendsten Schriftsteller", sagte der Sprecher der Hamburger Autorenvereinigung, Peter Schmidt. Die Hamburger Schriftstellerin Ulla Hahn nannte Rühmkorf ein großes Vorbild: "Rühmkorf konnte wirklich alles. Er brauchte keine großen Themen, keine großen Worte, um große Gedichte zu schreiben", sagte die Schriftstellerin.

Rühmkorfs rund 50-jährige Schaffenszeit war bereits zuvor mit zahlreichen Preisen geehrt worden. Unter anderem erhielt er den Georg-Büchner-Preis, Bremer Literaturpreis, Alexander-Zinn-Preis, Droste-Hülshoff-Preis, Arno-Schmidt-Preis und die Heine-Ehrengabe der Stadt Düsseldorf. Über ein Dutzend seiner Gedichte fand Eingang in den Kanon der deutschen Literatur des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki.

Rühmkorf wurde am 25. Oktober 1929 in Dortmund geboren und wuchs bei Stade in Niedersachsen auf. Von 1951 bis 1957 studierte er zunächst Pädagogik, bis er sich in Hamburg der Germanistik und Kunstgeschichte zuwandte.

Seit 1955 arbeitete der Dichter nach Rowohlt-Angaben als Mitgründer der Zeitschrift "Studentenkurier", die später in "Konkret" umbenannt wurde. Von 1958 bis 1964 war Rühmkorf als Lektor im Rowohlt Verlag tätig. Seitdem lebte und arbeitete er als freier Autor in Hamburg. Zu seinen wichtigsten Werken gehören "Die Jahre die Ihr kennt" (1972), "Bleib erschütterbar und widersteh" (1984), "Haltbar bis Ende 1999" (1979) sowie die Tagebücher "TABU I" (1995) und "TABU II" (2004). Nach einer mehrbändigen Werksausgabe erschien zuletzt im April dieses Jahres der Gedichtband "Paradiesvogelschiß".

In der Preisankündigung der Stadtverwaltung Kassel wurde am Montag das "unübertroffen vielstimmige Werk" des Dichters gewürdigt. Rühmkorfs Werk sei Anleitung zum politischen Widerspruch, irdischen Vergnügen und ästhetischen Genuss, hieß es in der Begründung der Jury.

In der Reaktion auf den Tod des Schriftstellers hieß es von der Stiftung Brückner-Kühner, Rühmkorf sei über den Preis "hoch erfreut" gewesen. Der mit 10.000 Euro dotierte Kasseler Literaturpreis wird seit 1985 jährlich von der Stadt Kassel und der Stiftung Brückner-Kühner verliehen. Zu den bisherigen Trägern zählen unter anderen Loriot, Robert Gernhardt und Gerhard Polt. Im vergangenen Jahr ging der Preis an F.W. Bernstein.

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