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24. März 2009

Lindgren-Kinderbuch Preis: Lesen trotz Intifada

Astrid Lindgren wurde am 14. November 1907 in Näs geboren und starb am 28. Januar 2002 in Stockholm. Foto: Foto: dpa

Der Astrid-Lindgren-Kinderbuchpreis geht in diesem Jahr an das Tamer-Institut in Ramallah, weil es seit 20 Jahren die Leselust und Kreativität palästinensischer Kinder und Jugendlicher anregt.

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Vimmerby.  Der Astrid-Lindgren-Kinderbuchpreis geht in diesem Jahr an das Tamer-Institut in Ramallah, weil es seit 20 Jahren "die Leselust und Kreativität palästinensischer Kinder und Jugendlicher angeregt hat".

Die schwedische Jury für die mit fünf Millionen Kronen (460.000 Euro) dotierte Auszeichnung begründete ihre Entscheidung in Lindgrens Geburtsort Vimmerby mit "Mut, Ausdauer und Ideenreichtum" des Institutes: "Unter schwierigen Bedingungen wird hier lesefördernde Arbeit von ungewöhnlicher Breite und Vielfalt geleistet."

Seit der Stiftung des Preises nach dem Tod von Astrid Lindgren 2002 bekommt ihn damit zum zweiten Mal eine Institution. Das 1989 während des ersten "Intifada"-Aufstandes gegen Israel gegründete Tamer-Institut versucht als unabhängige Organisation, palästinensischen Kindern und Jugendlichen Zugang zu Büchern und alternativem Lernen zu verschaffen.

Es betreibt Bibliotheken, führt Lesekampagnen durch und erreichte 2008 etwa 52 000 Kinder in Flüchtlingslagern oder entlegenen Dörfern. Das Institut verteilt auch Lesepässe, in die für jedes gelesene Buch ein Stempel eingetragen wird.

Vor zwei Jahren hatten die Juroren mit der "Banco del Libro" ("Bücherbank") aus Venezuela eine ähnlich arbeitende Einrichtung aus Südamerika gewürdigt. Erste Träger des weltweit höchstdotierten Preises für Kinder- und Jugendliteratur waren 2003 die Österreicherin Christine Nöstlinger und Maurice Sendak aus den USA.

Schwedens Regierung hatte den "Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis für Literatur" nach dem Tod der Autorin gestiftet. Die Preisträger werden jeweils in Vimmerby gekürt, wo die weltberühmte Autorin von "Pippi Langstrumpf", "Wir Kinder aus Bullerbü" und vielen anderen Kinderbuchklassikern geboren wurde und auch begraben ist.

Über das Tamer-Institut hieß es in der Preisbegründung: "Im Geiste Astrid Lindgrens betrachtet es die Macht des Wortes und die Kraft des Buches, der Erzählung und der Fantasie als wichtige Schlüssel zu Lebensmut, Selbstwertgefühl und Toleranz."

Die schwedische Kronprinzessin Victoria überreicht den Preis und die Dotierung am 2. Juni im Stockholmer Konzerthaus, wo auch die Nobelpreise ausgehändigt werden. Für den Lindgren-Preis nominiert waren in diesem Jahr 153 Autorinnen und Autoren, darunter auch acht deutschsprachige. 2008 wurde die Australierin Sonya Hartnett ausgezeichnet. (dpa)

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