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Marcia Pally schreibt: Bloß nicht zu Facebook

Es war nicht das große Ereignis wie im letzten Jahr, aber in dieser Woche gab es bei uns wieder Wahlen. Es sieht alles nach einem Comeback der Republikaner aus - und ich hoffe, sie glauben es. Von Marcia Pally

Marcia Pally lebt in New York. Sie ist Literaturwissenschaftlerin an der New York University.
Marcia Pally lebt in New York. Sie ist Literaturwissenschaftlerin an der New York University.
Foto: R.S.

Es war nicht das große Ereignis wie im letzten Jahr, aber in dieser Woche gab es bei uns wieder Wahlen. Nachdem die Demokraten ihre Regierungsmehrheit in den Staaten New Jersey und Virginia verloren haben, sieht alles danach aus, als gäbe es ein Comeback der Konservativen. Nun, es wird wahrscheinlich nicht so kommen - aber ich hoffe, die Republikaner glauben es.

Warum ich nicht an die vorzeitige Wiederkehr der Republikaner glaube, ist vollkommen klar: Obwohl in den beiden Staaten die Demokraten wegen ihrer Wirtschaftspolitik abgewählt wurden, findet dort Barack Obama immer noch breite Zustimmung. Der demokratische Gouverneur in New Jersey war ein Mann von der Goldmann Sachs Bank, weswegen er nach der Banken- und Finanzkrise die ganze Wut der Menschen auf die Verwerfungen an der Wall Street abbekommen hat. Im Unterschied dazu haben die Republikaner einen Wahlkampf à la Obama geführt und zeigten Wahlspots über die "Hoffnung" auf ein besseres Amerika.

In Virginia gingen die Jungen und die Minderheiten nicht zur Wahl, weshalb die älteren, weißen und meist konservativen Wähler zum Zuge kamen - außerdem spielten die Republikaner dort ihre einstmalige Haltung zu den Themen Homosexualität und Abtreibung herunter. Sie luden den einstigen politischen Superstar Sarah Palin wieder aus und gratulierten dann auch noch Obama zum Friedensnobelpreis. Aber lassen wir die Republikaner lieber in dem Glauben, es seien ihre konservativen Werte, die ihnen zu ihrem Comeback verholfen haben.

Das nämlich lässt sie an ihrer Strategie festhalten, die sie in New York angewandt haben. Dort kandidierte eine moderate Republikanerin für den Kongress, aber weil sie sich für die Rechte der Homosexuellen und für das Recht auf Abtreibung einsetzte und außerdem Obamas großes Konjunkturpaket unterstützte, stellte die republikanische Partei einen dritten Kandidaten auf. Sarah Palin befürwortete auf ihrer Facebook-Seite diese Kandidatur, in kürzester Zeit versammelten sich Republikaner aus dem ganzen Land, um dem Mann ihr Wohlwollen auszudrücken. Die moderate Frau gab auf und der konservative Mann verlor die Wahlen.

Was lernen wir daraus? Unsere Konservativen überzeugen nur Konservative, nicht aber die Wähler. Sarah Palins Facebook-Seite ist ein Ort, an dem man lieber nicht gesehen werden sollte. Und: Es kommt immer noch auf den wirtschaftlichen Erfolg an.

Übersetzung: Christian Schlüter

Datum:  6 | 11 | 2009
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