Die letzte Woche war eine wirklich schlechte Woche für das amerikanische Bildungswesen. Wie Sie sich vielleicht erinnern, musste ich in einem Café die Bekanntschaft mir einem nicht sonderlich aufgeweckten Typen machen.
Darüber wurde ich ganz schwermütig: Zwar war er in der Lage, gewissen Feinheiten bei der Bestellung eines Getränks zu berücksichtigen, was keine kleine Sache ist, wenn man bedenkt, dass bei Starbucks bereits ein simpler Kaffee "Venti caramel frappucino" heißt.
Aber der Mann war nicht in der Lage zu erkennen, dass eine Mehrheit der Demokraten im Kongress nicht die Machtübernahme durch die Kommunisten bedeutet. Mannomann, solche Typen wecken die Monarchistin in mir: Warum sollen die Menschen eigentlich wählen dürfen?
Aber ich beruhigte mich wieder, als ich Timmy aus Tennessee im Radio hörte. Es war eine jener Sendungen, bei denen die Hörer anrufen dürfen, und das Thema lautete: Nord-Korea und seine Atomwaffen. Timmy also meinte, dass wir, bevor wir Kim Jong-Il verdammen, doch nur einmal Nord-Koreas Atomwaffenarsenal mit unserem vergleichen sollten.
Yup Timmy, gut gesprochen. Es gibt offenbar Wichtigeres, als ein "Venti caramel frappucino" bestellen zu können. Gladys aus Illinois bemerkte, das Nord-Korea seit 1953 keinen Krieg mehr geführt habe, was man von den Vereinigten Staaten nicht gerade behaupten können. Ein sehr schlaues Mädchen! Jetzt steht es gegen unseren Kaffeetrinker schon 2:1. Barbara aus Texas hob hervor, dass sich Nord-Korea mit seinen Nuklearwaffen nur der übermächtigen Gegner erwehren will, so da sind: China, die USA und Japan, die allesamt über mehr Waffen und sehr viel größeren Reichtum verfügen.
Barbara, damit hast du sehr klug den Standpunkt eines anderen eingenommen und gewissenhaft erwogen: 3:1. Und warum, wollte Bob aus Georgia schließlich wissen, überfällt uns jetzt auf einmal die große Panik wegen Nord-Korea, während uns die Atomwaffen in Pakistan und Israel herzlich egal sind? Sauber, Bob, du bist mein neuer Slumdog Millionär.
Ich verfolge ein neues transatlantisches Projekt: Deutschland möchte nicht mehr Soldaten nach Afghanistan schicken. Dafür mag es einige Gründe geben. Aber wenn ihr Deutschen stattdessen den vielen Timmys, Gladys', Barbaras und Bobs mal einen Drink spendieren würdet, ganz gleich, was die so trinken - dann könntet ihr euch bei der nächsten Wahl gemütlich zurücklehnen und einen "Venti caramel frappucino" in euch hineinschlürfen.
Übersetzung: Christian Schlüter
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