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Marcia Pally schreibt: Obamas Freunde

Wie die Beatles, diese bedeutenden Philosophen, schon sagten: Es lebt sich besser mit ein wenig Hilfe von unseren Freunden. Aber warum bekommt Gaddafi so viel Hilfe und Obama so gut wie keine? Von Marcia Pally

Marcia Pally lebt in New York. Sie ist Literaturwissenschaftlerin an der New York University.
Marcia Pally lebt in New York. Sie ist Literaturwissenschaftlerin an der New York University.
Foto: R.S.

Wie die Beatles, diese bedeutenden Philosophen, schon sagten: Mit ein wenig Hilfe von unseren Freunden lebt es sich gleich besser. Aber warum bekommt Gaddafi so viel Hilfe und Obama so gut wie keine?

Es war ein bemerkenswerter Tag, als das konservative Wall Street Journal einen Artikel über das Debakel der US-Gesundheitsreform veröffentlichte, in dem es hieß: "Alles, was nötig war, um die ganze Sache [Obamas Vorschlag] zum Einsturz zu bringen... waren ein paar völlig grundlose Gerüchte und eine Handvoll wütender Konservativer... im Fernsehen."

Nicht, dass das Wall Street Journal Obama zugetan wäre, es war offensichtlich, dass viele demokratische Kongressabgeordnete und Wähler ihn im Regen stehen ließen, weil sie die "völlig grundlosen Gerüchte" glaubten . Alle erwarten, dass Obama das Problem mit dem US-Gesundheitssystem löst, aber helfen will ihm dabei keiner.

Obama möchte die Lage in Afghanistan und Pakistan stabilisieren. Wenn man einmal davon ausgeht, dass das die Weltsicherheit enorm stärken wird, könnte man meinen, die europäischen Alliierten würden seine Bemühungen unterstützen. Stattdessen weichen sie einer Antwort auf Obamas Gesuch um mehr Helfer und Truppen einfach aus. Alle erwarten, dass Obama das Problem in Afghanistan und Pakistan löst, aber helfen will ihm dabei keiner.

Gaddafi hingegen, das ist mal ein Mann mit Freunden. Er ist ein ehemaliger Terroristen-Sponsor und ein aktueller Diktator - um nicht zu sagen ein opportunistischer Heuchler und Drahtzieher. Obama möchte gerne alle Seiten anhören und einen Konsens bilden. Aber Gaddafi ist derjenige, der eilig als würdiger Staatsmann rehabilitiert wird, von denen, die sein Öl wollen, um ihr Energieproblem zu lösen. Obama lassen währenddessen genau die Leute hängen, die wollen, dass er alle Probleme löst.

Obamas Ansatz, einen Konsens zu erzielen, mag vielleicht auf lange Sicht funktionieren. Aber wenn er nicht bald ein wenig Hilfe von seinen Freunden bekommt, wird es für ihn keine Aussicht auf die lange Sicht - nämlich eine zweite Wahlperiode - geben.

Übersetzung: Natalie Soondrum

Datum:  28 | 8 | 2009
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