Kaum war Margot Käßmann Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland geworden, da legte sie auch schon los. Furchtlos warf sie sich in einen Streit darüber, ob deutsche Soldaten auf Afghanistans Straßen kämpfen sollten. Etwas später gab es einen Streit darüber, ob sie selbst Deutschlands Straßen auch weiterhin unsicher machen sollte: Ziemlich alkoholisiert wurde sie beim Autofahren erwischt, ihr Leben und das Leben von anderen gefährdend - und das Auto, welches doch Eigentum der Kirche war. Lieber Gott! Den Protestanten ist die Moral abhandengekommen.
Margot Käßmann trat zurück. Ihre Kirche ist blamiert. Den Katholiken wird das allerdings keinen Vorteil bringen. Denn sie sind zurzeit mit ihren eigenen Skandalen beschäftigt, dabei geht es um kleine Jungs und sexuellen Missbrauch. In ganz Deutschland melden sich die Opfer!
O mein Gott! Es ist ein einziges Trauerspiel: Die Protestanten sind dem Alkohol verfallen und saufen, und die Katholiken missbrauchen Kinder.
Vor diesem Hintergrund steht der Islam doch gleich schon etwas besser da. Muslime trinken nicht, also können sie auch nicht betrunken Auto fahren. Ich weiß nicht so genau, ob das der Weg zu Allah ist, aber auf der Straße führt es doch jedenfalls etwas sicherer zum Ziel. Außerdem ist uns von den Muslimen bislang kein Pädophilen-Skandal bekannt geworden. Wir müssen daraus also den Schluss ziehen, dass wir es mit einer Gruppe von Menschen mit sehr hohen moralischen Standards zu tun haben.
Sie machen sich jetzt Sorgen über die Erziehung von Mädchen und Frauen? Nun, wenn die nicht zur Schule gehen, dann studieren sie auch nicht, werden anschließend nicht Bischöfin und fahren betrunken Auto. Sie sorgen sich um die so genannten "Ehrenmorde"? Was ist daran falsch? Sie halten die Familie in Ehren.
Wenn Deutschland also auf den Pfad der Tugend zurückkehren will, dann scheint der Islam die einzige Möglichkeit zu sein. Allahu Akbar.
Übersetzung: Christian Schlüter
Kritiken und Nachrichten: Theater, Musik, Literatur, Film und Fernsehen