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Internetfernsehen

Besser zappen mit Zattoo

Zattoo steht in Deutschland noch vor der Wahrnehmungsschwelle. Spannend wird es erst in den nächsten Tagen: Das Start-up-Unternehmen hat jetzt auch ARD und ZDF ins Boot geholt.

www.zattoo.com
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Foto: Screenshot

Zattoo steht in Deutschland noch vor der Wahrnehmungsschwelle. Während PC-Anwender in der Schweiz über den kostenfreien, weil werbefinanzierten Internet-Dienst auf mehr als 50 Fernsehsender zurückgreifen können, werden Nutzer hier zu Lande noch immer mit 22 Sendern abgespeist. Zwar sind Nachrichtenkanäle wie Al Dschasira und France 24 sowie Spaßsender der Viacom-Gruppe wie MTV und Comedy Central für einige Zuschauer interessant. Spannend wird es aber erst in den nächsten Tagen: Das Start-up-Unternehmen hat jetzt auch ARD und ZDF ins Boot geholt.

Das hat länger gedauert als gedacht: Die Pläne waren schon im September bestätigt. Der für letzte Unterschriften noch in den Chefetagen der Sender kursierende gemeinsame Vertrag von ARD und ZDF mit Zattoo sieht zunächst eine mehrmonatige Testphase vor. Wenn der Vertrag in Zürich ankommt, muss Zattoo nur noch auf den Knopf drücken. Das soll zum Monatswechsel geschehen.

Für den Schweizer Dienst, der in seiner Heimat wegen des laxeren Urheberrechts viele Sender ohne deren Einverständnis einspeisen darf, dürfte die Einigung der Durchbruch in Deutschland sein. Dann reicht ein schneller Internetzugang und die Installation der kostenfreien Software, um Programme abzurufen, die auch für das große Publikum relevant sind.

Auf die großen Privatsender der Gruppen RTL und ProSiebenSat.1 werden Zattoo-Nutzer aber auch künftig verzichten müssen, sie wollen ihre Programme noch immer nicht in Zattoo einspeisen.

ARD und ZDF aber werden neben dem Ersten und Zweiten auch die Digital- und Landesprogramme sowie die Gemeinschaftssender Phoenix und der Kinderkanal beisteuern. Einigen dieser Sender könnte das bislang konkurrenzlose Zattoo wiederum zum Erfolg verhelfen. Denn ein Kanal wie Eins Extra, den die ARD als Dauerprogramm der "Tagesschau" hochzieht, passt zum Profil eines Beiprogramms, wie es Zattoo gerne etablieren will: Der Nutzer soll die Programme in einem Fenster auf seinem Bildschirm laufen lassen, während er nebenher E-Mails schreiben, im Netz surfen oder seine Urlaubsfotos bearbeiten kann. Ob das aber funktioniert und ob die Werbeindustrie so mitspielt, dass sich die datenfressenden Fernseh-Übertragungen über das Netz rechnen, ist noch völlig unklar.

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Autor: DANIEL BOUHS
Datum: 27 | 3 | 2008
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