Berlin. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hat erneute Forderungen aus Ägypten nach Rückgabe der Büste der Nofretete zurückgewiesen. "Nofretete bleibt in Berlin!", sagte Neumann am Mittwoch in Berlin. Medienberichten zufolge hatte Zahi Hawass, Chef der ägyptischen Antikenverwaltung, in der vergangenen Woche einen offiziellen Antrag auf Rückgabe des Kunstschatzes angekündigt. Neumann, auch Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, erklärte, die Büste, die sich heute im Neuen Museum befindet, sei im Jahre 1913 bei einer Fundteilung "rechtmäßig durch die Deutsche Orient-Gesellschaft und später durch den preußischen Staat" erworben worden. Dies sei mit Dokumenten zweifelsfrei belegt. Rechtsansprüche Ägyptens auf Rückgabe der Nofretete entbehrten daher jeder Grundlage. Die Büste der Königin Nofretete war im Dezember 1912 bei Ausgrabungen der Deutschen Orient-Gesellschaft in Tell el-Amarna entdeckt worden.
Als Glanzstück der ägyptischen Sammlung im Neuen Museum sei Nofretete "heute die beste und schönste Botschafterin ägyptischer Kunst und Kultur in Deutschland", sagte Neumann. Sie genieße "größtmögliche konservatorische Fürsorge, was aufgrund ihres fragilen Zustands auch notwendig ist". Wegen dieses Zustandes gelte die Nofretete als nicht transportfähig.
Verfahren und Ablauf der Fundteilung im Jahre 1913 seien von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mehrfach detailliert belegt worden, sagte Neumann. Damals sei vereinbart worden, dass das deutsche Archäologenteam den Fund in zwei Teile teilt, und der ägyptische Antikendienst als Vertreter der ägyptischen Regierung einen Teil davon auswählt. Durch die ägyptische Auswahlentscheidung sei jener Teil mit der farbig gefassten Büste der Nofretete der deutschen Seite zugesprochen worden. (ddp)
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