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15. April 2009

Nazi-Beutekunst: George Grosz-Erben verklagen MoMA

Der Maler George Grosz in seinem Atelier im us-amerikanischen Exil am Silverstertag 1944 bei der Arbeit an "Cain or Hitler in Hell". Foto: Getty Images

Die Erben des deutschen Expressionisten George Grosz haben das MoMA in New York auf Rückgabe dreier Werke verklagt. Die Arbeiten seien ohne seine Zustimmung von den Nazis verkauft worden.

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New York (dpa) - Die Erben des deutschen Expressionisten George Grosz haben das Museum of Modern Art (MoMA) in New York auf Rückgabe von zwei Gemälden und einem Aquarell verklagt. Die Klage wurde bei einem US-Bundesgericht in Manhattan eingereicht, berichtete die "New York Times" am Dienstag. Bei den Werken geht es um das "Bildnis von Max Herrmann-Neisse" (1927), ein Selbstporträt aus dem Jahr 1928 und das Aquarell "Republikanische Automaten" (1920). Zur Begründung ihrer Klage führen die Erben an, dass die Arbeiten ohne die Zustimmung des Malers verkauft wurden. Grosz hatte sie Bilder Ende der 1920er Jahre dem jüdischen Kunsthändler Alfred Flechtheim überlassen. Kurz vor der Machtübernahme der Nazis floh der Künstler in die USA, sein Galerist nach Paris. Flechtheims Sammlung blieb in Berlin zurück und wurde beschlagnahmt. Das Gemälde des Dichters Herrmann-Neisse tauchte 1952 wieder auf, als die Kunsthändlerin und Kuratorin Charlotte Weidler, eine Immigrantin aus Deutschland, es ans MoMA für 850 Dollar verkaufte. Sie behauptete, es von Grosz geschenkt bekommen zu haben. Dem Museum zufolge arrangierte Kurt Valentin, Flechtheims früherer Assistent, den Verkauf. Valentin lebte damals, ebenso wie Grosz, in New York. Das Aquarell hatte das MoMA bereits 1946 von einem Händler in Toronto erworben. Das Selbstporträt gelangte über Amsterdam nach New York und ging 1954 in die MoMA-Sammlung ein. Die Werke des Expressionisten sind heute Millionen wert. Grosz nahm 1938 die amerikanische Staatsbürgerschaft an, kehrte aber 20 Jahre später mit seiner Frau nach Deutschland zurück. Er starb bald darauf in Berlin.

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