Was für eine Woche! Weil die New York Times, der Guardian und Der Spiegel jetzt gleichzeitig darüber berichteten, weiß endlich die ganze Welt, dass der Krieg in Afghanistan eine einzige Katastrophe ist. Ein Schock! Und die Pakistaner arbeiten mit den Taliban zusammen, gegen die sie allerdings auch kämpfen. Wer hätte das gedacht?! Und Zivilisten sollen auch in diesem Krieg gestorben sein. Wer hätte das gedacht?
Der Guardian etwa erklärte, dass die auf Wikileaks veröffentlichten Bilder eine „gänzlich andere Landkarte“ der Krisenregion zeigten – vollkommen anders, als die Öffentlichkeit bislang glaubte. Mönsch!!!! Ist es nicht vielmehr so, dass man das auch wissen konnte, ohne die ganzen auf Wikileaks oder sonstwo veröffentlichten Berichte gelesen zu haben?
Wenn unsere freie Presse schon neue Fragen stellen will, dann sollte sie es mal mit dieser Überlegung versuchen: Als die mit amerikanischer Hilfe schwer bewaffneten Mudschaheddin die Sowjetarmee aus Afghanistan gejagt hatten, kümmerten sich die USA nicht weiter um das Land. So brach ein Krieg zwischen den Mudschaheddin aus und die Situation wurde immer unübersichtlicher, was den Taliban half, sich in dem Land festzusetzen, die Bevölkerung zu terrorisieren – und schließlich sogar Al Kaida eine Heimstatt zu bieten.
Heute versucht Obama, der den Krieg von Bush erbte, Afghanistan nicht im Stich zu lassen, Rücksicht auf die Zivilbevölkerung zu nehmen und Infrastrukturen aufzubauen. Allerdings wollen die Afghanen nicht mit den Amerikanern kooperieren, weil sie die Bestrafung der Taliban für „Kollaborateure“ fürchten – wenn die USA das Land verlassen. Das wiederum möchten amerikanische und europäische Pazifisten. Wie sollen wir dieses Problem lösen?
Übersetzung: Christian Schlüter
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