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Patrick McGoohan: Film-Bösewicht mit 80 gestorben

Bekannt wurde der New Yorker Schauspieler durch seinen Auftritt als Geheimagent "Nummer 6" in der gleichnamigen englischen Fernsehserie. Patrick McGoohan ist im Alter von 80 Jahren gestorben.

Patrick McGoohan war auf Agentenrollen und Bösewichte abonniert.
Patrick McGoohan war auf Agentenrollen und Bösewichte abonniert.
Foto: ap

Los Angeles. Patrick McGoohan hat Fernsehgeschichte geschrieben: Sein Auftritt als entführter Geheimagent "Nummer 6" in der gleichnamigen englischen Fernsehserie von 1967 ist Kult. Fanclubs erforschen bis heute die ungelösten Rätsel des TV-Klassikers, im Internet gibt es immer neue Analysen, und einmal im Jahr kommen am Drehort Portmeirion in Nordwales die Anhänger zu einem Gedächtnistreffen zusammen.

Am Dienstag ist McGoohan im Alter von 80 Jahren gestorben. Er sei im Krankenhaus im kalifornischen Santa Monica einer kurzen Krankheit erlegen, sagte sein Schwiegersohn Cleve Landsberg der "Los Angeles Times" vom Donnerstag.

Der gebürtige New Yorker, der in England aufwuchs und vor allem dort Karriere machte, war auf Agenten- und Bösewichtrollen abonniert. Zu seinen größten Erfolgen gehört neben der in Deutschland vom ZDF ausgestrahlten Serie "Nummer 6" auch die Serie "Geheimauftrag für John Drake" ("Danger Man"), die ihn zwischenzeitlich zu einem der bestbezahlten Schauspieler Englands machte.

Für seine Auftritte als Gaststar in Peter Falks TV-Serie "Columbo", in der er auch als Regisseur und Produzent mitwirkte, erhielt er 1975 und 1990 den Emmy-Fernsehpreis. Daneben war er als Charakterdarsteller auf der Bühne gefragt. 1959 erhielt er den London Drama Critics Award für die Titelrolle in Henrik Ibsens Drama "Brand".

Wie gemacht für das Geheimnisvolle

Mit seinem markigen Gesicht und den tiefen, stahlblauen Augen war McGoohan prädestiniert für das Geheimnisvolle. Die von ihm mitentwickelte und -geschriebene Serie "Nummer 6" gilt als eine der innovativsten und besten Fernsehserien der 60er Jahre. Er spielt darin einen aus dem Dienst geschiedenen Geheimagenten, der gekidnappt und in einer mysteriösen Ortschaft gefangen gehalten wird. Sein Gegenspieler "Nummer 2" versucht in den 17 Folgen, ihn zu enttarnen. Aber der Ex-Spion mit dem eisernen Willen lässt sich sein Geheimnis auch durch die brutalsten und hinterlistigsten Finten nicht entlocken.

McGoohan hatte die Serie als einen Gegenentwurf zu flachen Hau-Drauf-Produktionen konzipiert, mit denen er vorher Erfahrung machte. "Niemand hat einen Namen, jeder trägt eine Nummer", sagte er zu seinem Konzept. "Das ist ein Zeichen für den Druck heutzutage, der uns zu einer Nummer macht, der uns zwingt, unsere Individualität aufzugeben. Das ist nicht Science-Fiction, das ist unsere Welt." Wegen ihrer teils verstörenden Folgen war die Serie damals allerdings so umstritten, dass McGoohan für einige Zeit England verließ.

Durch einen günstigen Zufall zur Schauspielerei

Am 19. März 1928 als Sohn irischer Eltern in New York geboren, hätte Patrick nach dem Willen seiner Mutter eigentlich Priester werden sollen. Stattdessen schlug sich der leidenschaftliche Boxer zunächst mit Gelegenheitsjobs durch, bis er als Bühnenmanager in London für einen ausgefallenen Schauspieler einspringen durfte. Schon 1955 erregte er Aufsehen mit einer West-End-Produktion, in der er einen homosexuellen Priester spielte.

Zu seinen späteren Kinofilmen gehören "Eisstation Zebra" (1968), "Trans-Amerika-Express" (1976) und "Flucht von Alcatraz" (1979). In Mel Gibsons Schlachtenepos "Braveheart" (1995) spielte er bravourös den sadistischen englischen König Edward I. "Es gibt viele talentierte Leute in unserem Geschäft, aber nur sehr wenige Genies", sagte "Columbo"-Star Peter Falk einmal. "Ich glaube, Patrick McGoohan gehört zu der kleinen, auserwählten Gruppe von wirklich einmaligen Menschen." Der Schauspieler hinterlässt seine Frau, drei Töchter, fünf Enkel und einen Ur-Enkel. Bis zum Schluss habe er geschrieben und sogar noch zwei Rollenangebote gehabt, sagte sein Manager. "Er hat wirklich nicht viel über seine Krankheit gesprochen. Er wollte zurück an die Arbeit. Er hatte noch so viel mehr zu geben." (dpa)

Datum:  15 | 1 | 2009
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