kalaydo.de Anzeigen

Pergamonmuseum Berlin: Ausstellung "Roads of Arabia" ist Sensation

Die große Berliner Ausstellung „Roads of Arabia“ aus Saudi-Arabien ist eine Sensation – und ein politischer Balanceakt. So nahe wie hier in Berlin kommen Nicht-Muslime dem Mythos Mekka wohl nie wieder.

Ein Löwenkopf aus dem 2. Jahrhundert nach Christus aus Najran (Nadschran), im Süd-Westen Saudi-Arabiens. Die Figur gehört zu Ausstellung Roads of Arabia.
Ein Löwenkopf aus dem 2. Jahrhundert nach Christus aus Najran (Nadschran), im Süd-Westen Saudi-Arabiens. Die Figur gehört zu Ausstellung "Roads of Arabia".
Foto: dpa

Mekka, die heiligste Stadt des Islam, ist für Nicht-Muslime seit jeher verboten. Hierher dürfen nur diejenigen kommen, die, den Geboten des Koran folgend, beten, meditieren, die Gemeinde der Gläubigen erfahren wollen. Es ist Tradition, dass die Mächtigen des Islam, Kalifen, Sultane, Emire, der Großen Moschee in Mekka die Ausstattung stiften, ebenso, dass man sich nahe der Stadt beerdigen lässt, um Gott möglichst nahe zu sein.

Ausstellung "Roads of Arabia"

Bildergalerie ( 11 Bilder )

Und nun sehen wir in der neuesten Ausstellung des Pergamonmuseums „Roads of Arabia“ eine gewaltige Prachttür aus osmanischen Zeiten, zart ziseliertes Silberblech auf Holz, sowie einen riesigen Prachtvorhang. Einst schmückten sie die Kaaba, den heiligsten Ort des Islam. Kostbare Schlösser liegen da und Gerätschaften, um Weihrauch zu verbrennen, Zeitmesser, im gemeinschaftlichen Kreis stehen herrlich beschriftete Grabsteine von einem Friedhof bei Mekka

Kurz: Diese Objekte, die aus dem Nationalmuseum in Riad, aus Museen in Jidda Medina und Mekka stammen, haben dank ihrer Musealisierung, also Ent-Sakralisierung eine Grenze überwunden, die für die meisten von uns unüberwindlich ist. So nahe wie hier in Berlin kommen Nicht-Muslime dem Mythos Mekka wohl nie wieder.

Ent-Sakralisierung islamischer Objekte

Museen in Saudi-Arabien? Ent-Sakralisierung islamischer Objekte in einem Land, das den Koran als Verfassung bezeichnet, die Scharia als Grundlage aller Gesetze? Wer vermutet, dass dort das mit 601 Metern zweithöchste Hochhaus der Welt, direkt neben der Großen Moschee in Mekka errichtet werden durfte? Es ist, als wenn italienische Immobilienhaie direkt neben St. Peter in Rom gebaut hätten. Unvorstellbar. In Saudi-Arabien aber gelten offenbar andere Würde-Vorstellungen.

Dazu gehörte bis vor kurzer Zeit, dass die vor-islamische Vergangenheit zwischen Persischem Golf und Rotem Meer vielen Mächtigen in Saudi-Arabien als obskur galt. Alles, was nicht islamisch schien, sei nicht wert, erhalten zu werden, behauptete mancher Prediger. Erst 1972 – mehr als ein Jahrhundert nach ihren Schwestern in Istanbul oder Kairo – wurde die Altertums- und Denkmalpflegebehörde begründet. Seither sind über 10.000 archäologische Stätten identifiziert worden, 26 werden untersucht. Es gibt Universitätsinstitute, Kongresse, an denen sogar Frauen teilnehmen dürfen, es wird digitalisiert und unter anderem mit Hilfe des Deutschen Archäologischen Instituts geforscht.

1 von 2
Nächste Seite »
Autor:  Nikolaus Bernau
Datum:  27 | 1 | 2012
Seiten:  1 2
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Kritiken und Nachrichten: Theater, Musik, Literatur, Film und Fernsehen


Oper
Ganz so schick wie bei den prominenten Vertretern unserer Spezies muss es dann doch nicht immer sein.

Hustenanfälle, Papierknistern, Opernglas ja oder nein - ein kleiner Ratgeber für den gelungenen Opernbesuch.

Film

Die Filmwoche: Was läuft wann in welchem Kino? Alle Neustarts, alle Filme, alle Kinos, alle Zeiten.

Unser Literatur-Magazin zur Buchmesse gibt’s jetzt auch als multimediale App fürs iPad - mit Videos, Hör- und Leseproben.

Video

Anzeige
Quiz
Tatort-Logo

Seit 40 Jahren gibt's fast jeden Sonntag im Fernsehen Mord und Totschlag. Mit dem Tatort beweist das öffentlich-rechtliche Fernsehen immer wieder seine Leistungsfähigkeit. Was wissen Sie über die Krimi-Reihe? Testen Sie's!

Meistgeklickt
Nichts geworden: Bachelor Paul und Sissi.
„Der Bachelor“ auf RTL 
Martin Amedick in Zivil.
Eintracht-Verteidiger 
Pendler im Stau auf der A52 bei Düsseldorf.
Benzinpreis auf Rekordniveau 
Arjen Robben und die Bayern haben in Basel das Nachsehen.
Champions League 
        

Der Bundestag muss bald wieder umgebaut werden.
Einberufung der Bundesversammlung 
 
 
 
 
 
 
 
 
World Press Photo 2011
Das Bild des Jahres: Die 18-jährige Afghanin Bibi Aisha   war auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann, als die Taliban sie aufspürten.  Der Urteilsspruch: Verstümmelung. Aishas Mann schnitt ihr Nase und Ohren ab, während dessen Bruder sie festhielt. Das Porträt brachte der US-Fotografin Jodi Bieber den World Press Photo Award 2011 ein.

Die Präsentation des besten Pressefotos des Jahres ist immer ein Anlass, genauer hinzuschauen: FR-online.de erklärt mit Hilfe von interaktiven Imagemaps die Hintergründe zu drei ausgewählten Gewinnerbildern.

Anzeige

Quiz
Dezember 2006.

Thomas Gottschalk hat sich bei "Wetten, dass..." verabschiedet. Er bewegt die TV-Nation. Testen Sie Ihr Wissen.

Serie
Rote Robe, schweres Amt: Ein Richter beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Ändert die Hirnforschung unser Bild von der Schuldfähigkeit des Menschen? In den Beiträgen geht es um die Determiniertheit menschlichen Handelns.

FR-Serie

Erleben wir tatsächlich Umbrüche oder dramatisieren wir nur? Auf diese Frage suchen Wissenschaftler und Intellektuelle Antworten.

ANZEIGE
- Informationen finden, um die Main Metropole Frankfurt entdecken und erleben zu können.
- Fragen & Antworten
- Bei HOH finden Sie Hardware, Computer und aktuelle Software zu günstigen Preisen.
- Kauftipps!