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08. Januar 2013

Rewe/Edeka-Check in der ARD: Nobel versus No-Name

 Von Michael G. Meyer
Die ARD unterzieht Rewe und Edeka einem Qualitätsvergleich. Foto: dpa

Die ARD vergleicht die beiden „Nobel“-Supermarktketten Rewe und Edeka im Marken-Check. Spannend wird die Doku erst zum Schluss.

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Wenn ein Format mal für gut befunden wurde, und die Quoten stimmen, dann setzen Fernsehmacher voll drauf und quetschen thematisch heraus, was geht. So geschieht das seit einiger Zeit beim „Marken-Check“, den die ARD seit 2011 ins Rennen schickt.

In den vergangenen Staffeln wurde bereits die Qualität bei Firmen wie McDonald’s, bei Ikea oder Lidl getestet, auch mal die im MediaMarkt. Jetzt verglich die ARD nun die beiden „Nobel“-Supermarktketten Rewe und Edeka.

Über weite Strecken wurden einfach Preise und Qualität verglichen, was sicher sehr verbraucherfreundlich ist, spannender wurde es jedoch im letzten Drittel: Dann ging es um die teilweise skandalösen Arbeitsbedingungen im Obst- und Gemüseanbaugebiet in Almeria, Spanien. Auch in Deutschland werden Mitarbeiter gerne mal unter Druck gesetzt und unter Tarif bezahlt. Auch Rewe und Edeka sind nicht frei von solchen Praktiken, so zeigte es der Film.

Derselbe Saft in verschiedenen Bechern

Immer wieder setzen die Filmemacher auch darauf, alberne Tests auf der Straße zu machen. Im Film füllte man ein und denselben Orangensaft vom Discounter in Plastikbecher und setzte die Schilder von Lidl, Aldi, Rewe usw. dahinter. Ergebnis: Der Saft von Rewe wurde als Bester bewertet, auch wenn in allen Bechern derselbe Saft war.

So manches Detail hat man schon oft gehört: Etwa, dass auch Rewe und Edeka natürlich auf ausgeklügelte Ladendekoration setzen, zum Beispiel wird man in der Obst- und Gemüseabteilung stets einen an Naturstoffe erinnernden Fußboden finden. Das insinuiert Frische und öffnet das Portemonnaie der Kunden. Aha. Auch dass bis zu einem Drittel Spontankäufe in Supermärkten getätigt werden, ist nichts Neues. Darauf setzen die Ladengestalter. Dann schickten die Filmemacher noch einige Journalistenvolontäre los, um die Preise zwischen Rewe und Edeka und den Billig-Discountern zu vergleichen.

Qualität von No-Name-Produkten

Dabei kam heraus: Gerade die No-Name-Produkte bei Rewe, Edeka etc. sind kaum oder gar nicht teurer als bei den Billig-Heimern von Aldi usw. Aber auch das ist keineswegs eine Neuigkeit. Man könnte noch weitermachen: So manches No-Name-Produkt ist auch in Punkto Qualität nicht schlechter als Markenprodukte. Hat man aber auch schon vorher gehört.

Fazit: Die Sendereihe ist nah dran an der Lebenswelt der Fernsehzuschauer, wirkt aber wie ein in die Länge gezogener Beitrag aus dem Morgenmagazin, wo kurze Tests dieser Art auch laufen. Wünschenswert wäre, noch tiefer zu bohren und die Machenschaften im harten Gewerbe des Lebensmittelhandels aufzudecken, was in Teilen ja auch in der Reihe der Marken-Checks gezeigt wird. Denn, wie der Volksmund sagt: Auch diese Branche gönnt sich gegenseitig nicht das Schwarze unterm Fingernagel.

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