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Sachbuch: Vom Wählen und dem doppelten Pukelsheim

Kai Fleschs "Gewählt ist gewählt" kam zwar schon vergangenes Jahr heraus, aber in diesem Jahr, dem großen Wahljahr, sollte man es lesen. Es ist der vergnüglichste Führer durch die verwirrende Welt der Wahlsysteme.

Kai Fleschs Gewählt ist gewählt sollte man dieses Jahr lesen.
Kai Fleschs "Gewählt ist gewählt" sollte man dieses Jahr lesen.
Foto: adatia Verlag

Das Buch kam zwar schon vergangenes Jahr heraus, aber in diesem Jahr, dem großen Wahljahr, sollte man es lesen. Es ist der vergnüglichste Führer durch die verwirrende Welt der Wahlsysteme. Wir wissen alle, dass Kandidat X die Wahl gewinnen kann, obwohl er nicht die meisten Stimmen bekommen hat. Kai Flesch erklärt uns, wie das bei welcher Wahlmethode eintreten kann. Er macht das witzig und sehr elegant. Er erinnert daran, dass während des Mittelalters sehr viel mehr geistliche Würdenträger gewählt wurden als weltliche. Kein Wunder, dass in der Kurie, dass in den Klöstern die Expertise über Vor- und Nachteile der jeweiligen Wahlverfahren viel höher entwickelt war, als an den staatlichen Stellen. Spätestens seit 1139 mit der Festschreibung des priesterlichen Zölibats gab es ja keine "natürlichen" Amtsfolge mehr. Das Problem des siegreichen Minderheits- kandidaten hatte schon im 13. Jahrhundert den mallorquinischen Logiker, Theologe n und Kenner der jüdischen und arabischen Theologie Ramon Llull umgetrieben. An Lösungen wird seitdem gearbeitet. Der doppelte Pukelsheim soll eine sein. Aber die hat selbst Flesch mir nicht klarmachen können. awi

Das Buch

Kai Flesch: Gewählt ist gewählt. Wissenswertes und Skurriles von Wahlen, Wählern und Gewählten. adatia Verlag, 256 S., 15,90 Euro.

Datum:  21 | 8 | 2009
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