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22. Januar 2013

Schwarzenegger The Last Stand: Präsident wird er nicht mehr werden

 Von Josef Schnelle
Schicker Ring: Schwarzenegger. Foto: REUTERS

Arnie is back: Nach zehn Jahren Pause kehrt Arnold Schwarzenegger auf die Kino-Leinwand zurück. In Köln präsentiert er seinen neuen Film „The Last Stand“. Er wirkt gelassen - und kein bisschen außer Form.

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"I’m back“, ich bin wieder da – das ist zu einem geflügelten Wort geworden, wenn es um Arnold Schwarzenegger geht. Und so freut er sich in Köln am Anfang der Pressekonferenz zur Premiere seines neuen Actionfilms „Last Stand“, diesen Satz auch gleich zum Besten zu geben. Nach zehn Jahren Pause tritt Schwarzenegger zum ersten Mal wieder in einer Hauptrolle auf. Im Film spielt er unter der Regie von Kim Lee-Won einen alternden Sheriff, der noch einmal gegen Drogenbosse antreten muss. „Last Stand“ ist ein Genrestück mit viel Geballer. „Traditionelle Action eben, ohne viele Spezialeffekte.“

In einer Szene sagt Schwarzenegger: „I’m old.“ In Köln darauf angesprochen stellt der 65-Jährige klar: „Ich bin noch immer in Form und trainiere jeden Tag anderthalb Stunden.“ Er wird begleitet von seinem Sohn Patrick Arnold Shriver Schwarzenegger, 19 Jahre alt: „Aber der ist noch beim Work Out. Ganz der Papa. Er will auch ein guter Geschäftsmann werden. Das war ich immer auch: ein guter Geschäftsmann, als Bodybuilder, als Immobilienhändler und auch im Entertainment Business.“ Schwarzenegger lächelt sein schönstes Terminator-Lächeln und kündigt eine zweite Filmkarriere an.

Der letzte Action-Held

Im übrigen engagiert er sich für eine Zukunft mit grüner Energie – und weiß auch gleich ein paar Gemeinden in Österreich aufzuzählen, die schon unabhängig von den großen Netzen sind. Politiker will Arnold Schwarzenegger aber doch nicht mehr werden. Präsident der Vereinigten Staaten kann er ja sowieso nur noch auf der Leinwand werden. Seine sieben Jahre als Gouverneur von Kalifornien sieht er als reinen Dienst an der Gemeinschaft. „Da hab ich kein Geld verdient. Nur Geld verloren.“ Sagt es und ist doch ganz Politiker, als er befragt wird, was er Präsident Obama für seine zweite Amtsperiode wünsche: „Good Luck. Wenn es dem Präsidenten gut geht, dann geht’s auch Amerika gut. Jeder sollte hinter ihm stehen, Demokraten und Republikaner. Politiker sollte im Interesse der Menschen handeln und nicht im Interesse einer Partei.“

Es herrscht eine kumpelige Atmosphäre im vornehmen Kölner Hyatt-Hotel mit Domblick. Bald fangen die Journalisten an, Schwarzenegger mit „Arnie“ anzusprechen. Er hat schließlich angefangen mit dem Duzen: „Ich grüße euch alle“, sagt er, bevor er in seinen typischen englischen Tonfall verfällt. In Köln sei er noch nie gewesen: „Nur in Essen, da bin ich in den 1960er-Jahren zwei Mal Mr. Europa geworden. Aber alle machen ihre Premieren in Berlin. Wieso nicht mal Köln!“

Der rote Teppich vor dem Kölner Residenzkino ist extrem kurz; bei der augenblicklichen Kälte ist das nicht mal ein Nachteil. Köln steht eben nicht für Glamour, sondern eher für Karneval und Dom. Den will Arnie in der Pause zwischen Pressetermin und Premiere unbedingt besichtigen: „Ein Gebäude das 600 Jahre gebraucht hat zu entstehen. Das ist für Amerikaner unfassbar: Dass Menschen so lange an einem Projekt arbeiten und das mit der gleichen Vision. Und dann widersteht der Dom aller Zerstörung im zweiten Weltkrieg.“

Dass es um einen Film geht, der am 31. Januar in unsere Kinos kommt, hat hier längst jeder vergessen. Schließlich wird hier ein Monument besichtigt – der letzte Action-Held, dem man Kinder anvertrauen kann und der nicht nur durch seine einfachen Sätze selbst kindlich wirkt. Von der österreichischen Armee hat Schwarzenegger den Panzer gekauft, den er als 18-jähriger Wehrdienstleistender in der Steiermark fahren musste. Doch er macht damit nur Ausflüge als Kindervergnügung.

Am Ende kommt Arnold Schwarzenegger auf seine eigene Kindheit zurück. In zahllosen Filmen hat er, wie auch jetzt wieder, Polizisten gespielt. Das muss mit dem Vater zu tun haben, der tatsächlich Polizist war, glaubt Arnold Schwarzenegger: „Er wollte immer, dass ich auch Polizist werde. Schon mit vier, fünf Jahren habe ich seine Uniformjacke getragen, die mir damals bis zu den Füßen reichte. Meine Mutter wollte hingegen, dass ich eine Heidi heirate und mit ihr sechs Kinder bekomme in den Bergen.“

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