Berlin. Berlin wirbt nach Darstellung des Regierenden Bürgermeisters, Klaus Wowereit (SPD), nicht mit unzulässigen Mitteln um den Umzug des Frankfurter Suhrkamp-Verlags in die Hauptstadt. "Wir werden nichts Unzulässiges tun", sondern die normalen Möglichkeiten nutzen, sagte Wowereit am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Er reagierte damit auf Vorwürfe von hessischen Politikern, wonach Berlin den Verlag mit Fördermitteln lockt.
Berlin bemühe sich seit der Eröffnung einer Dependance von Suhrkamp in der Hauptstadt 2006 um die Ansiedlung des Verlages, sagte Wowereit. Es handele sich um ein Unternehmen in einem für Berlin wichtigen Wirtschaftszweig, auch wenn das Werben "Frankfurt schmerzt". Zu Einzelheiten der Gespräche wolle er sich aber erst äußern, wenn der Verlag seine Entscheidung getroffen habe.
Die Frankfurter FDP hatte Unmut geäußert
Der Frankfurter FDP-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien, Hans-Joachim Otto, hatte Berlin wegen des geplante Umzuges scharf kritisiert. "Es ist schlicht nicht akzeptabel, wenn das Land Berlin mit Mitteln aus dem Länderfinanzausgleich einen Subventionswettlauf zulasten hessischer Arbeitsplätze forciert", sagte er am vergangenen Dienstag auf ddp-Anfrage. Auch dürfe das hoch verschuldete Berlin Subventionen aus Hessen nicht dafür missbrauchen, Firmen aus Hessen abzuwerben.
Hessen zahlt laut Otto mit 2,9 Milliarden Euro die gleiche Summe in den Ausgleich, die Berlin erhält. Zwar sei Standortkonkurrenz zwischen einzelnen Bundesländern legitim, entscheidend sei aber, "dass die Geberländer durch den Länderfinanzausgleich nicht bestraft werden und sich die wirtschaftliche Mehrleistung am Ende auch lohnt". Deshalb müsse das ganze System umgestaltet werden.
Der Suhrkamp Verlag hat einen baldigen Beschluss über einen Umzug von Frankfurt nach Berlin angekündigt. "Es wird in Kürze eine Entscheidung fallen", sagte am Donnerstag Unternehmenssprecherin Tanja Postpischil. (ddp/dpa)
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