Vergessen wir nicht die SK 37 ("Viggen"), einen der großen Erfolge im Marktsegment der einstrahligen Militär-Jets. Auch die JAS 39 ("Gripen"), das neueste Pferd in diesem Stall, macht einen ausgesprochen schicken Eindruck. Zivilisten allerdings denken, wenn sie den Namen Saab hören, nicht unbedingt zuerst an diese beiden und auch nicht an die zweimotorige Turboprop-Passagiermaschine Saab 2000, die von der Fluglinie Scandinavian Airlines (SAS) gern eingesetzt wird. Sondern eher an den legendären Saab 90, den edlen 900 oder den sympathisch buckligen Saab 92. Jetzt hat Saab Insolvenz angemeldet und gehört damit zu den populären Marken - nach Märklin, Schiesser, Pfaff, Rosenthal, Junghans, Tabbert - , um deren Fortbestand man zum Teil nicht einmal mehr bangen kann.
Für Saab besteht noch Hoffnung, wenn auch nicht viel. Die Automobilsparte, chronisch in den roten Zahlen, war 1990 von der Flugzeug-Sparte abgetrennt und vor neun Jahren an General Motors verkauft worden, weil offenbar damals schon der Grundsatz galt, dass nur riesige, unübersichtliche, internationale Konzerne überhaupt noch gewinnbringend Autos bauen und verkaufen können. Das hat sich mittlerweile in mehreren Fällen als äußerst fataler Irrtum erwiesen. Die derzeit gängige Konsequenz daraus ist allerdings nicht die Idee, dass man auch mal wieder kleinere Firmen versuchsweise Autos bauen lassen könnte, sondern am besten überhaupt niemanden mehr. Jedenfalls nicht, bevor die Autos, die fertig herumstehen und auf Kundschaft warten, alle verkauft sind.
Was aber heißt das für all die freundlichen und von ihrem Auto mit Recht sehr überzeugten Saab-Fahrer, die wir kennen? Vielleicht sollten sie schnell alle verfügbaren Ersatzteile kaufen, weil bald keine mehr hergestellt werden? Sollen sie sich für die zurzeit noch konzerninterne, demnächst wohl wieder internationale Kooperation mit Opel einsetzen, so dass die schönen Autos fortan nicht mehr in Trollhättan, sondern nur noch in Rüsselsheim zusammengeschraubt werden? Oder sollten sie eine Selbstbilfegruppe gründen, die Überlebensstrategien entwickelt für Zeiten eines allenthalben drohenden Verlustes von Marken und Identitäten?
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