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03. August 2011

Times Mager: Der big deal

 Von Arno Widmann
Hanfkonsum könnte die Staatskasse füllen.  Foto: dpa

Vernunft und Haschisch passen normalerweise nicht zusammen. Doch für so manchen Staat wäre es - ökonomisch gesehen - vernünftig, Cannabis zu legalisieren. Dieses Rechenbeispiel zeigt, warum.

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Vernunft und Haschisch passen normalerweise nicht zusammen. Doch für so manchen Staat wäre es - ökonomisch gesehen - vernünftig, Cannabis zu legalisieren. Dieses Rechenbeispiel zeigt, warum.

Das Sommerloch hat sein Gutes. Aus ihm quellen manchmal Nachrichten, die das Licht der politischen Hauptsaison scheuen. So beauftragte zum Beispiel die französische Tageszeitung Le Monde den Ökonomen Pierre Kopp mit einer interessanten Kosten-Nutzen-Analyse. Sein Ergebnis: der Kampf gegen den Haschisch-Konsum kostet den französischen Steuerzahler 300 Millionen Euro im Jahr. Würde man Haschisch freigeben und mit der Tabaksteuer belegen, ergäbe das eine Steuereinnahme von etwa 1 Milliarde Euro.

Wer zehn Mal im Monat Haschisch konsumiert gilt statistisch als regelmäßiger Kiffer. In Frankreich soll es davon 1,2 Millionen geben. Der französische Markt wird von Cannabisharz aus Marokko dominiert. Die Blätter dagegen stammen zum größten Teil von 150 000 französischen Produzenten. Neben ihnen leben etwa 100 000 Kleinhändler vom Cannabisvertrieb. Sie verdienen allerdings nur zwischen 4500 und zehntausend Euro im Jahr. Dieses Einkommen dient wohl in erster Linie als Aufbesserung der Sozialhilfe.

FR-Redakteur Arno Widmann
FR-Redakteur Arno Widmann

Nach der Schuldenkrise, melden die heutigen Zeitungen, hat Obama mit der Stagnation zu kämpfen. Pierre Kopps Rechnung könnte da Hilfe bringen. Die USA geben pro Jahr vierzig Milliarden Dollar für die Drogenbekämpfung aus. Pro Jahr werden siebenhunderttausend Menschen wegen Cannabis-Besitz verhaftet. Siebenundvierzig Prozent der erwachsenen Amerikaner sollen Cannabis probiert haben, fünf Prozent sollen regelmäßige Konsumenten sein, das sind mehr als 15 Millionen Menschen. Freigabe und Tabaksteuer würden dem US-Haushalt ein tüchtiges Stück weit helfen. Etwas Vergleichbares machten die USA schon einmal: Die Aufhebung der Prohibition, die Freigabe und Besteuerung der Herstellung und des Verkaufs alkoholischer Getränke unter Franklin D. Roosevelt, im Jahr 1933. Der New Deal war auch ein big deal.

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