Plötzlich ist Frankreich fast wehrlos, und wieder mal ist England schuld, wie so oft in der konfliktreichen Geschichte der englisch-französischen Beziehungen. Oder glaubt jemand an Zufall? An einen Zufall, der in der Weite der Ozeane zwei Unterseeboote zweier gerade mal wieder befreundeter Atommächte gegeneinander rauschen lässt, trotz ausgefeiltester Lausch- und Ortungstechnik? Lachhaft, nicht wahr?
Hübsch, aber nur von anekdotischem Belang sind die (übrigens romanischen) Namen der havarierten Schiffe, "Triomphant" und "Vanguard". Was sie taten, bevor sie sich außer Gefecht setzten, klingt nicht allzu kompliziert: Sie durchpflügten rastlos die Weltmeere. Die französische Triomphant hatte dabei 16 Raketen mit je sechs atomaren Sprengköpfen an Bord - Sprengköpfen, die sich grob gerechnet zur tausendfachen Vernichtungskraft der Hiroshima-Bombe addieren. Drei solche Boote hatte Frankreich, jetzt sind es nur noch zwei ("Le Téméraire" und "Le Vigilant", der Kühne und der Wachsame), die also zusammen nur zweitausend mal Hiroshima auf die Waage bringen.
Le Triomphant liegt in Brest im Trockendock und hat erheblich mehr Reparaturbedarf als ursprünglich angenommen: Die Kuppel aus Glas und Kunstharz, die den Sonar umgibt, ist schwer beschädigt, dazu ein Tiefenruder sowie der von den Franzosen so genannte Kiosk, also jener Turm, der zuerst sichtbar wird, wenn das Boot auftaucht.
In diesem Jahr wird es nicht mehr auftauchen, die Reparaturarbeiten sind so schnell nicht zu schaffen. Erst 2010 gibt es wieder ein französisches Übergewicht des Schreckens. Le Triomphant wird zurückkehren, und an seiner Seite wird ein neues Boot mit tausendfacher Hiroshima-Vernichtungskraft tauchen: "Le Terrible".
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