Die Sache mit den Schwarzen Löchern, die unerkannt aus dem Teilchenbeschleuniger entwischen, um sich sodann die Erde einzuverleiben, das war natürlich nur ein Witz. Und wie viele Witze ein Ablenkungsmanöver.
Ablenkung wovon? Es liegt doch auf der Hand, dass mit dem riesenhaften Teilchenbeschleunigungsprojekt, das gestern in Genf und um Genf herum begonnen hat, an anderen Stellen im sicht- und erlebbaren Universum eine Entschleunigung auftreten wird, so dass die Be- und Entschleunigung zusammen eine Nullsumme ergeben. Durch die gewaltigen Mengen an Energie, die in Genf verpulvert werden, wird sich am Gesamtenergiehaushalt im sicht- und erlebbaren Universum nichts ändern.
Interessant sind jedoch die Verschiebungen, die sich daraus ergeben. Seltsamerweise treten die Entschleunigungs-Phänomene nahezu ausschließlich bei der Deutschen Bahn AG auf. Gestern früh zum Beispiel beim IC 2275, der laut der am Service-Desk ausgestellten Verspätungsbescheinigung 51 Minuten zu spät kam, ohne dass dafür eine Ursache namhaft gemacht werden konnte.
Gut, wir kennen jetzt die Ursache. Was wir nicht kennen, sind die Mechanismen, durch die sich im elfdimensionalen Raum der Genfer Entschleunigungs-Impuls aus dem Large Hadron Collider (LHC) ausgerechnet dem IC 2275 mitgeteilt hat. Und wie wir die Deutsche Bahn kennen, war es nicht der einzige Zug, der von dem Entschleunigungsimpuls getroffen wurde. Es muss also irgendwo da draußen einen Mechanismus geben, der die Entschleunigungsimpulse aus Teilchenbeschleunigern ungleichmäßig in der Raumzeit verteilt. Sind vielleicht längst winzige Schwarze Löcher unterwegs, die da, wo sie herumfliegen, den Raum verbiegen, die Zeit verschlingen? Wie man sieht, gibt es viel Unerforschtes im Raum-Zeit-Kontinuum der Deutschen Bahn. Unsere Hoffnung ruht auf den Physikern im CERN.
Kritiken und Nachrichten: Theater, Musik, Literatur, Film und Fernsehen