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02. Januar 2013

TV-Zweiteiler: Das Fernsehjahr beginnt mit Marie Bäumer

 Von Jan Freitag
Eine Erleuchtung: Marie Bäumer Foto: ARD Degeto/Teamworx/A. Peebles

Den Anfang macht der Zweiteiler „Das andere Kind“ am Mittwoch und Donnerstag in der ARD, dann folgen zwei weitere Produktionen. Ein Bäumer-Overkill nach langer Pause?

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Schon bei der feierlichen Vorstellung des Fernsehfilms „Das andere Kind“ vor einigen Wochen war Marie Bäumer der Star des Abends. An diesem Mittwoch und Donnerstag läuft der Zweiteiler in der ARD, und Marie Bäumer wird der Star des Bildschirms sein. Die Adaption von Charlotte Links Bestseller um zerrissene Familien, große Geheimnisse, viel Thriller, viel Drama, Bäumer stets mittendrin, ist an sich schon verworren. Umso mehr muss man aufpassen, am rechten Tag den richtigen Kanal einzuschalten. Denn nach dem ARD-Zweiteiler ist Marie Bäumer allein diese Woche in zwei weiteren Produktionen zu sehen: erst in der Suter-Verfilmung „Der letzte Weynfeldt“, ab 6. Januar dann in Uli Edels opulentem Hotel-Dreiteiler „Das Adlon“.

Beibt das so, 2013? „Nach langer Pause der Bäumer-Overkill?“, fragt Marie Bäumer lachend zurück und verneint. Dass drei Filme hintereinander weg laufen, sei reiner Zufall. „Zuvor hatte ich ja ein Jahr gar nicht gedreht.“ Eine Art Selbstschutz vor Selbstübersättigung, seit das Theatergewächs 1996 dank Detlef Bucks Komödie „Männerpension“ endgültig vor die Kamera wechselte. Allein in den vergangenen zehn Jahren folgten rund 30 Filme: Ernstes wie Oskar Roehlers „Der alte Affe Angst“ und Ulkiges wie „Der Schuh des Manitu“, Oscar-Prämiertes wie „Die Fälscher“ und Ausgebuhtes wie „Die Grenze“, dazu das bildgewaltige TV-Epos „Dresden“ oder Dominik Grafs gefeierter Zehnteiler „Im Angesicht des Verbrechens“. Irgendwie eben: Bäumer-Overkill.

Zu viel Masse jedenfalls für die Düsseldorferin aus Hamburg. Nach einer geplatzten Produktion und einem aufwendigen Umzug wollte sie „mal für meinen Sohn da sein“, erzählt sie, „hatte aber auch mit mir genug zu tun“. Ergo: „Diese Zeit musste ich mir mal nehmen.“ Eine kurze, denn seither „hab ich wieder richtig Lust zu arbeiten“. Wenn es sein muss, sogar an vier Filmen auf einmal, ein französisches Low-Budget-Projekt inklusive. „Ich wollte keines weglassen.“ Im Gegenteil – sie will noch ein paar dazu.

"Es ist anstrengend, gegen die Oberfläche anzuarbeiten"

Komödien nämlich. „Ich wünsche mir manchmal mehr leichtere, lustigere, schrullige Charaktere“. Denn nach den Anfangsjahren, da sie zu oft aufs Optische gebucht war, ist sie es nun „auf die filigranen, abgründigen Wesen“. Allerdings würde sie „gern mehr zwischen den Genres wechseln“. Nur nicht wahllos, denn dieser Gefahr, das weiß auch Marie Bäumer, unterliegen gerade Schauspielerinnen. „Es gibt auch übers Actionfach hinaus konsequent mehr tragende Männerrollen“, klagt Marie Bäumer.

Es ist ein Strukturproblem: Schon die klassische Literatur biete bis auf Lady Macbeth, Maria Steward, vielleicht noch Romeos Julia kaum große Frauenfiguren. Gerade deshalb zöge sie „zwei kleine widersprüchliche Rollen der einen großen einsilbigen“ vor. „Es ist wahnsinnig anstrengend, gegen die Oberfläche anzuarbeiten. Zu wollen, aber nicht zu dürfen, „das frustriert ungemein“.

Diese Woche darf sie gleich dreimal: Suter, Link und Edel, Drama, Thriller und Kostümfest, alles dabei, alles mit Bäumer.

Das andere Kind, 20.15 Uhr, ARD. Zweiter Teil am Donnerstag

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