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Unesco: Tango wird zum Kulturerbe

Die Unesco nimmt den Tango und 75 weitere kulturelle Ausdrucksformen in ihre Liste der immateriellen Kulturgüter auf. Am stärksten vertreten ist dabei China.

Straßentänzer zeigen ihr Können in Florida. Die Unesco nimmt den Tango in die Liste des Weltkulturerbes auf.
Straßentänzer zeigen ihr Können in Florida. Die Unesco nimmt den Tango in die Liste des Weltkulturerbes auf.
Foto: afp

Paris/Abu Dhabi. Tango-Tänzer dürfen sich künftig als Hüter des Kulturerbes der Menschheit fühlen: Die Unesco nahm die südamerikanische Tango-Tradition am Mittwoch in Abu Dhabi auf die "Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit" auf. Mit dieser will die UN-Organisation dazu beitragen, die Vielfalt der kulturellen Ausdrucksformen zu bewahren. Auch besondere Feste, Rituale oder Handwerkstechniken sind aufgeführt.

Neben dem Tango-Tanz und der dazugehörigen Musik und Poesie würdigte die Unesco am Mittwoch 75 weitere kulturelle Ausdrucksformen mit einem Platz auf der Liste, unter anderem die Heilig-Blut- Prozession im belgischen Brügge, den kolumbianischen Karneval von Schwarzen und Weißen (Carnaval de Negros y Blancos), die Pfeifsprache "El Silbo" von der spanischen Kanareninsel La Gomera und eine indonesische Batik-Technik. Am stärksten ist China mit knapp 30 Kulturgütern auf der seit 2008 bestehenden Liste vertreten. Allein am Mittwoch kamen mehr als 20 neu dazu, darunter das Drachenboot- Festival.

Deutschland hat das Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes bislang nicht ratifiziert. "Was wäre repräsentativ für Deutschland? Wer sollte das entscheiden? - darauf gibt es noch keine klaren Antworten", sagte Dieter Offenhäußer von der Deutschen Unesco-Kommission in Bonn.

Das für die Liste zuständige Zwischenstaatliche Komitee hat auf seiner Sitzung in Abu Dhabi bis zu diesem Freitag insgesamt über mehr als 100 Aufnahme-Anträge zu entscheiden. Zum ersten Mal wird auch eine "Rote Liste" erstellt. Auf ihr soll immaterielles Kulturerbe aufgeführt werden, das dringend geschützt werden muss.

Am Mittwoch wurde zunächst unter anderem das traditionelle Neujahrsfest der in China lebenden Qiang-Minderheit aufgenommen. Zahlreiche Qiang-Dörfer waren 2008 durch ein Erdbeben in der Provinz Sichuan zerstört worden. (dpa)

Datum:  1 | 10 | 2009
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