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Uruguay: Benedetti der "Gesegnete" ist tot

Der uruguayische Schriftsteller Mario Benedetti ist gestorben. Der Journalist und Theaterkritiker wurde unter anderem mit den Werken "Die Gnadenfrist", "Danke für das Feuer", "Frühling im Schatten" bekannt.

Der uruguayische Schriftsteller ist gestorben.
Der uruguayische Schriftsteller ist gestorben.
Foto: rtr

Montevideo. Der uruguayische Schriftsteller Mario Benedetti ist am Sonntag im Alter von 88 Jahren in Montevideo gestorben. Das wurde aus seinem Familienkreis bekannt. Benedetti war der bekannteste uruguayische Schriftsteller der Gegenwart und hatte großen Einfluss auf die gesamte spanischsprachige Literatur.

Er war erst vor knapp zwei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen worden, wo er wegen einer chronischen Darmerkrankung und wegen Atembeschwerden behandelt worden war. Der Leichnam werde im Parlament aufgebahrt, wo die Menschen von ihm Abschied nehmen können, hieß es.

Benedetti war auch Journalist und Theaterkritiker. Seit 1945 arbeitete er für die Zeitung "Marcha", bis sie 1974 auf Druck der Militärs eingestellt wurde. Als linker Intellektueller musste er wegen der Verfolgung durch die rechte Militärdiktatur (1973-1985) ins Exil und verlor auch seinen Posten an der Universität. Von 1973 bis 1983 lebte er in Argentinien, Kuba und Spanien.

Sein Freund und Schriftstellerkollege Eduardo Galeano ("Die offenen Adern Lateinamerikas") zeigte sich erschüttert über den Tod. "Benedetti bedeutet auf Italienisch gesegnet. Das ist alles, was ich sagen kann. Gesegnet seien die Frauen und Männer, die so großzügig und ehrlich sind, wie dieser. Ich bin kein Freund der verbalen Inflation und finde, Trauer sollte man schweigend ausdrücken", fügte er hinzu. Zu den bekanntesten Romanen Benedettis gehören "Die Gnadenfrist", "Danke für das Feuer", "Frühling im Schatten", "Auf den Feldern der Zeit" oder "Das Mädchen und der Feigenbaum". Benedetti veröffentlichte auch zahlreiche Gedichte und verfasste Theaterstücke.

In seinen Arbeiten fanden die Ideale sozialer Gerechtigkeit und der Liebe ihren Ausdruck. Zum Schluss lebte er zurückgezogen in Montevideo, arbeitete aber noch bis kurz vor seinem Tod literarisch. Seine Frau Luz López Alegre, die er 1946 geheiratet hatte, war schon 2006 gestorben. (dpa)

Datum:  18 | 5 | 2009
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