Geht’s eigentlich noch höher für einen, den alle Welt den „Picasso des 21. Jahrhunderts“ nennt, der wie Gold gefragte und bezahlte Bilder malt, die sich kaum beschreiben lassen? Bilder, die, wie er es will, dem „Nichts“ zustreben, die kaum oder gar nichts mehr erzählen, die nur noch andeuten, was sich nicht mehr auffinden und nicht anfassen lässt: Landschaft, Himmel, Erde, Wasser, Blumen, Frauen, Kinder, Kriegsflugzeuge, Autos, RAF-Terroristen, Nazis und deren Opfer in der eigenen Familie. Auch Banales: Stuhl. Tisch, Klopapier.
Neue Nationalgalerie: Gerhard Richter – Panorama. Potsdamer Str. 50, Di–Fr 10–18/Do bis 22/Sa+So 11–18 Uhr. Tickets 8/ 4 Euro. Anschließend geht die von den Freunden der Nationalgalerie mit der Tate Modern und dem Centre Pompidou ausgerichtete Schau nach Paris.
Alte Nationalgalerie: RAF-Zyklus Sonderausstellung „18. Oktober 1977“. Museumsinsel, Bodestr. 1-3. Di–So 10–18 Uhr, Do bis 22 Uhr. Tickets 4 Euro.
me Collectors Room: Die Editionen 1965–2011, Auguststr. 68: Di –So 12– 18 Uhr. Eintritt 6/ 4 Euro
Dresden, Kunsthalle im Lipsisusbau: Gerhard Richter: Atlas. Staatliche Kunstsammlungen, Brühlsche Terrasse. Bis 22. April. Di–So 10–18 Uhr. Tickets 6/3,50 Euro.
Die Berliner Ausstellungen beginnen alle an diesem Sonntag und enden am 13. Mai.
Dieser Maler malt Bilder, übermalt Fotos, denen er die Illusion genommen hat, sie wollen nur noch Gedanken erzeugen. Sie wollen sagen, dass es das alles so nicht gibt, es soll aber so aussehen, als gäbe es das. Ziemlich paradox. Aber der Maler, den diese Berliner Schau feiert, hat es nicht so mit der realen Welt, sondern mehr mit der Erfahrung der Realität. Und mit der Wiedererkennung. Er will durch Kunst dem Transzendenten so nahe wie möglich kommen. Dafür reißt er seine Bildgründe auf, schabt Schichten weg, überzieht Flächen mit dem Rakel. Oder er schichtet vier, auch elf Glasscheiben hintereinander, verschwommen spiegelt sich darin der Betrachter. Das versteht dieser Künstler unter Perfektion: Er er- schafft das Wiedererkennbare, jedoch Unnahbare.
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