Paul Flora ist in diesem Moment weit weg, sehr weit, unfassbare 2923 AUs (Astronomical Units) weit, wobei schon ein einziger AU sagenhaften 149.598 000 Kilometern entspricht. Im Jahre 2007 wurde der Asteroid 85.411 nach dem 1922 im Südtiroler Glurns geborenen Zeichner Paul Flora benannt.
Eine Ehrung für den Künstler, der uns Zeitungslesern vor allem durch seine ab 1957 in der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit erschienenen Karikaturen ein Begriff ist: fein schraffierte, mit zarten Grauabstufungen arbeitende, aber im Laufe der Jahre auch den kräftigen Strich nicht verschmähende, dabei einen deutlichen Hang ins Düster-Melancholische aufweisende Zeichnungen.
Der eigenwillige Strich eines Beinahe-Autodidakten, der seine akademische Ausbildung nur widerwillig absolvierte, der uns aber neben unverkennbaren Briefmarkenmotiven (Österreich, Liechtenstein), Bühnenbildern (Hamburger Schauspielhaus) vor allem als Illustrator ein beeindruckendes Werk hinterlassen hat. Bücher von Peter Hacks, Wolfgang Hildesheimer oder Erich Kästner wurden durch die "nervösen Strichgewitter" Floras um etliche Dimensionen erweitert, nicht etwa bloß illustriert.
Gestern ist der Künstler in Innsbruck gestorben. Asteroid 85.411 zieht seine Kreise. Paul Flora bleibt weiter da.
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