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Biennale in Venedig: Von Schlangen und anderen Wundern

Da lobt man sich doch die Ukrainer, die mit Vladimir Klitschko keinen ausgewiesenen Kunstexperten, aber immerhin den amtierenden Weltmeister im Schwergewicht zum Kurator ihres Länderpavillons ernannt haben. Nicht dass es über die gezeigten Arbeiten viel zu sagen gäbe (vornehmlich läuft eine Dame in goldenen Rollschuhen durch die Räume), aber Klitschko ist nun mal ein Sympathieträger.

Sehr sympathisch erscheint uns auch Pak Sheung Chuen, ein Künstler, der vom deutschen Kurator Tobias Berger für Hong Kong ins Rennen geschickt wurde und das Motto von Daniel Birnbaum, "Fare Mondi", Welten machen, zu einem optimistischen "Making (Perfect) World" umgedeutet hat. Pak Sheung Chuen steht in der Tradition des Fluxus und benutzt gerne seinen Körper. Etwa, indem er ein zuvor gemietetes Apartment im koreanischen Busan vollgeatmet hat: Der Künstler atmete in transparente Plastiktüten und verschloss sie, nach zehn Tagen war die Wohnung voller Tütenballons, und ein Stück gelebten Lebens hatte eine skulpturale Form angenommen.

Ebenfalls in Venedig zu sehen ist die Arbeit "A Travel Without Visual Experience". Genauer gesagt sieht man gar nichts, weil der Raum komplett schwarz ist. Man darf aber Fotos machen, auf denen man nachher andere Fotos von Menschen und Gebäuden erkennt. Pak war mit einer Reisegruppe nach Malaysia gefahren, hatte sich die Augen bedeckt und vorgegeben, er sei blind. Er wollte das ihm unbekannte Land mit all seinen anderen Sinnen erspüren, machte aber auch Fotos ins Blaue. "Womöglich werde ich nie mehr nach Malaysia kommen", sagt der Künstler, der das überhaupt nicht schlimm findet.

Und wenngleich man Venedig und die Biennale naturgemäß vornehmlich mit den Augen erkundet, mag dies als sanfter Hinweis darauf dienen, auch die übrigens zur Verfügung stehenden Sensorien zum Einsatz zu bringen.

La Biennale di Venezia:

bis 16.November. www.labiennale.org

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Autor:  SANDRA DANICKE
Datum:  7 | 6 | 2009
Seiten:  1 2
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