In der Schirn stehen Sicherheitsleute in jeder Ecke, die Frankfurter Kunsthalle hat am Mittwoch eine neue Ausstellung eröffnet, sie widmet sich dem Impressionisten Gustave Caillebotte. Der Mann ist in Deutschland eher unbekannt, dabei werden seine Werke für zweistellige Millionenbeträge gehandelt. Die Sicherheit ist für Schirn-Direktor Max Hollein dennoch kein Thema. Zumindest keines, über das er öffentlich sprechen würde.
So richtig möchte das niemand in den Museen. Die eigenen Sicherheitsvorkehrungen der Öffentlichkeit preiszugeben ist ein Tabu. Schon aus Sicherheitsgründen.
Diebe dringen in die Rotterdamer Kunsthalle ein und entwenden Werke namhafter Künstler. Unter den gestohlenen Kunstwerken ist das "Mädchen vor offenem Fenster" von Paul Gaugain.
Foto: dapd/Polizei RotterdamVon Vorkehrungen ist stattdessen die Rede, die „internationalem Standard“ genügen, davon, dass es eine Illusion sei, zu glauben, man könne irgendwo ein Bild mitnehmen. Gelungen ist das allerdings schon: Beim spektakulärsten Kunstraub der deutschen Nachkriegsgeschichte verschwanden in der Nacht zum 28. Juli 1994 zwei Bilder von William Turner und ein Werk von Caspar David Friedrich aus der Schirn.
Die Diebe hatten sich im Museum einschließen lassen, der Versicherungswert betrug 70 Millionen Mark. Spektakulär war der Raub auch deshalb, weil die Bilder später in einer Geheimaktion vom Direktor der Londoner Tate Gallery, deren Leihgabe sie waren, zurückgeholt wurden.
Und auch das Städel hatte vor ein paar Jahren seine Schrecksekunde, als plötzlich ein Bild falschherum an der Wand hing. Einfach gedreht, große Aufregung im Haus. Aber eine Inszenierung. Der Täter war ein gewitzter Städelschüler. Der mit seiner Aktion sogar den Absolventenpreis gewann.