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Exotische Blütenpracht: Die Flamingoblume kennt keinen Winter

Ein leuchtend rotes Blatt, daraus ragt ein langer Kolben: Die Flamingoblume fällt auf. Foto: Franziska Koark
Ein leuchtend rotes Blatt, daraus ragt ein langer Kolben: Die Flamingoblume fällt auf. Foto: Franziska Koark

Straelen. Ein dickes, geschwungenes Blatt in leuchtendem Rot oder strahlendem Weiß, daraus ragt ein langer Kolben: Die Flamingoblume fällt auf. Als Tropenpflanze, die keine Jahreszeiten kennt, gedeiht sie gut das ganze Jahr über im Wohnraum.

Mit dem Vogel hat die Flamingoblume nichts zu tun. Botanisch heißt sie Anthurium. «Dieser Name leitet sich aus dem Griechischen ab», sagt Peter Opschroef, Gärtnermeister aus Straelen in Nordrhein-Westfalen. Übersetzt heiße das Blumenschwanz, was den kolbenförmigen Blütenstand beschreibt. «Sie gehören zu der Familie der Aronstabgewächse», erklärt Brigitte Fiebig, Technische Leiterin des Botanischen Gartens der Universität Tübingen. «Innerhalb dieser Familie bilden die Anthurien die artenreichste Gattung.»

Je nach wissenschaftlicher Zuordnung zählen etwa 600 bis 1000 Arten dazu. «Allerdings sind die wenigsten der aus den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas stammenden Arten als Zimmerpflanzen geeignet», schränkt Fiebig ein. Hier fühlen sich im Grunde nur zwei Arten wohl: Anthurium scherzerianum und Anthurium andreanum.

Die optimalen Bedingungen lassen sich von ihrem Naturstandort ableiten. «Die Flamingoblume wächst entweder terrestrisch, also auf dem Boden, oder epiphytisch als Aufsitzerpflanze auf größeren Gehölzen im Regenwald», erläutert die Gartenbautechnikerin Fiebig. «In der Heimat sind Anthurien Schattenpflanzen. Das heißt, sie vertragen keine pralle Sonne, sollten aber möglichst hell platziert werden.» Sonst produzieren sie weniger Blüten.

«Der Wurzelballen sollte immer gleichmäßig feucht gehalten werden», rät Opschroef. Trocknet der Ballen stark aus, stößt die Pflanze die Blüten ab. «Ein- bis zweimal in der Woche gießt man die Pflanze mit handwarmem Wasser.» Fiebig empfiehlt ein durchlässiges Substrat wie Orchideenerde. «Gleichzeitig tut es der tropischen Pflanze gut, die Blätter mit einem kalkfreien Wasser einzusprühen.»

Um Schädlinge und Krankheiten zu verhindern, sollten Zugluft und direkte Heizungsluft vermieden werden. «Wenn die Anthurie glänzende Blätter hat und regelmäßig neue Blütenstände bildet, kann man davon ausgehen, dass der gewählte Standort richtig ist», sagt Opschroef. Verfärben sich Blätter gelb, können sie abgezupft werden.

Da die Pflanze als Gewächs der Tropen keine Jahreszeiten kennt, bilden sich regelmäßig neue Blätter. «Die Blütenbildung lässt sich bei Anthurium scherzerianum steuern», verrät Fiebig: Man sollte die Raumtemperatur für die Dauer von vier bis sechs Wochen bei 16 Grad halten. Außerdem werde weniger Wasser gegeben. Das regt die Knospenbildung an. Wird nach dieser Zeit wieder regelmäßig gegossen und gedüngt und stehen somit genügend Nährstoffe zur Verfügung, blüht die Anthurie bald prächtig.

«Die Blütezeit liegt in der Regel zwischen Februar und Mai», sagt Fiebig. Aber Anthurien werden mittlerweile durch die Steuerung das ganze Jahr blühend angeboten. Im Handel sind aber nicht mehr die reinen Arten, sondern Hybriden. Die Große Flamingoblume (Anthurium-andreanum-Hybriden) zeichnet sich durch große Blüten aus. Sie werden häufig als Schnittblumen verwendet. «Die farbigen, glänzenden Hochblätter können 10 bis 15 Zentimeter lang werden. Sie stehen um den Kolben, auf dem die Einzelblüten wie Noppen sitzen.

Die Kleine Flamingoblume (Anthurium-scherzerianum-Hybride) wird nur etwa 30 Zentimeter hoch und trägt kleinere Einzelblüten. Das Hochblatt glänzt weniger. Der Kolben ist meist orangerot und steht spiralig gedreht über der leuchtend roten Fahne. Daher wurde die Pflanze früher auch als «Schweineschwänzchen» bezeichnet. (dpa/tmn)