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Mit Fischhäppchen und Wodka feiern die Esten die Freiheit

 Eine gewürzte Sprotte auf Roggenbrot und oben drauf ein halbes Wachtelei - das ist die Leib- und Magenspeise vieler Esten am Unabhängigkeitstag.  Foto: Andrea Warnecke
Eine gewürzte Sprotte auf Roggenbrot und oben drauf ein halbes Wachtelei - das ist die Leib- und Magenspeise vieler Esten am Unabhängigkeitstag. Foto: Andrea Warnecke

Berlin. Estland ist erst nächstes Jahr Partnerland der Grünen Woche - aber auch schon in diesem Jahr präsentiert das baltische Land seine Spezialitäten in Berlin. Und verrät, wie am 24. Februar kulinarisch die die Freiheit von Russland genossen wird.

(18. bis 27. Januar). Der baltische Staat präsentiert dort in diesem Jahr 20 kulinarische Spezialitäten - nicht nur, weil Estland zum 20. Mal an der Schau teilnimmt, sondern auch, weil es im kommenden Jahr das offizielle Partnerland der Grünen Woche ist.

Die in einer Gewürzmischung eingelegten kleinen Fische kommen Sormus zufolge meist auf eine Scheibe gebuttertes, dunkles Roggenbrot und werden von einem halben Wachtelei gekrönt. «Dazu passt ideal estnischer Wodka», erklärte er. «Wir trinken Wodka und essen Fischhäppchen, wenn wir unseren Freiheitstag am 24. Februar feiern und zu Hause vor dem Fernseher sitzen, um den Präsidentenempfang anzuschauen.» An dem Tag erklärte die Republik Estland im Jahr 1918 ihre Unabhängigkeit von Russland.

Auch Strömlinge, laut Sormus die «kleinen Brüder» von normalen Ostseeheringen, sind eine estnische Fischspezialität. «Sie sind viel milder und zarter und werden roh eingelegt», sagte er. So bekomme man sie zu kleinen Röllchen aufgewickelt als klassische kalte Speise auf einem Buffet oder paniert und angebraten zu Geburtsfeiern serviert.

Bedeutendste Exportartikel seines Landes seien Milchprodukte, sagte Sormus. Eine besondere Spezialität: geräucherter Käse von der Insel Saaremaa, dem größten estnischen Eiland. Der Käse wird über Wacholderholz geräuchert, was ihm einen kräftigen Geschmack verleiht.

Auch Wildfleisch spielt eine wichtige Rolle in der Küche des baltischen Staates. «Estland ist zu 50 Prozent von Wald bedeckt, dort leben viele Elche.» Und die werden gern zu Wurst und Schinken verarbeitet. Elchschinken schmecke besonders gut mit einer Meerettich-Moosbeeren-Soße. Die Beeren schmecken wie Preiselbeeren, sind aber etwas größer und ähneln damit eher Cranberrys.

Als «urestnisch» bezeichnet Sormus ein Mehl aus geröstetem Getreide und Hülsenfrüchten. Es heißt Kama und enthält Roggen, Weizen, Gerste und Erbsen. «Zum Frühstück kann man es mit Buttermilch, Joghurt oder Kefir und Zucker mischen, man kann es aber mit Quark und Schlagsahne als Creme zubereiten und mit Moosbeeren essen», erläuterte der Agrarexperte. Na dann «Head isu», wie «Guten Appetit» auf Estnisch heißt. (dpa/tmn)