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Lebensmittel-Skandale
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02. März 2013

Futtermittel: Debatte um schärfere Kontrollen

In dem Mischfutter sind Heu, Mais und Rübenschnitzel enthalten. Foto: dpa

Angesichts des Skandals um verseuchtes Futtermittel werden erneut Rufe nach einer Reform des Kontrollsystems laut. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister will die Kosten für schärfere staatliche Kontrollen der Agrarindustrie in Rechnung stellen.

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Angesichts des Skandals um verseuchtes Futtermittel sind erneut Rufe nach einer Reform des Kontrollsystems laut geworden. Der Verband der Lebensmittelkontrolleure forderte mit Blick auf die EU-Polizeibehörde „eine Art Lebensmittel-Europol“. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) drang darauf, die Kosten für schärfere staatliche Kontrollen der Agrarindustrie in Rechnung zu stellen.

“Es ist lange genug geredet worden. Jetzt muss gehandelt werden“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure, Martin Müller, der „Passauer Neuen Presse“ vom Samstag. „Es ist Zeit für eine Entföderalisierung der Lebensmittelkontrollen und eine Bündelung der Kräfte, um die Probleme zentral und mit größerem Fachwissen angehen zu können“, mahnte er. Allerdings fehlten in Deutschland 1500 qualifizierte Lebensmittelkontrolleure.

Bessere Kontrollen der Futtermittelhersteller

Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied forderte bessere Kontrollen der Futtermittelhersteller. Um einen Befall mit Schimmelpilzen auszuschließen, müsse das Mischwerk zum Beispiel die Rohprodukte prüfen, sagte Rukwied der „Rheinischen Post“ vom Samstag. Die Landwirte treffe keine Schuld. Sie müssten davon ausgehen, dass sie Futtermittel in einwandfreiem Zustand geliefert bekämen und hätten keine Chance, einen Schimmelpilz zu erkennen.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisierte die Informationspolitik der Hersteller. Im konkreten Fall habe die Firma offenbar bereits im Dezember gewusst, dass der importierte Mais mit krebserregendem Schimmelpilz verseucht war, sagte Vize-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt dem Radiosender NDR Info. Die Behörden seien aber nach Angaben des Unternehmens erst am Donnerstag informiert worden.

Agrarindustrie soll die Kosten tragen

Es habe sich gezeigt, dass die Eigenkontrollen der Agrarindustrie nicht hinreichend funktionierten, kritisierte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Meyer laut Vorabmeldung des „Focus“. Deshalb seien mehr staatliche Kontrollen und mehr Personal nötig. Es sei aber „nicht einzusehen, dass der Steuerzahler dafür aufkommen muss“. Vielmehr müsse die Agrarindustrie die Kosten tragen. Dadurch könne der Staat bis zu 50 Millionen Euro jährlich sparen.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast regte ein nationales Kontrollsystem an. Notwendig sei eine „konzertierte Aktion von Bund und Ländern“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). Lebensmittelkontrolle ist in Deutschland Ländersache. Das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin hatte am Freitag erklärt, es stehe mit den Bundesländern in Kontakt, um auf Bundesebene die Informationen über betroffene Betriebe zu koordinieren.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hatte am Freitag öffentlich gemacht, dass aus Serbien importierter Futtermais mit hochgefährlichem Schimmelpilz-Gift verseucht war. Rund 10.000 Tonnen der insgesamt 45.000 Tonnen umfassenden Lieferung wurden hierzulande zu Futtermittel verarbeitet, das wiederum an landwirtschaftliche Betriebe in sieben Bundesländern ausgeliefert wurde. Eine Gefährdung der Verbraucher ist laut Behörden aber unwahrscheinlich.

Milch und Milchprodukte seien „weiterhin unbedenklich“, erklärte der Milchindustrie-Verband am Samstag. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wollte zunächst nicht vor dem Verzehr bestimmter Produkte warnen. Dazu sei es „zu früh“, sagte BfR-Präsident Andreas Hensel der „Saarbrücker Zeitung“ vom Samstag. (afp)

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