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25. Februar 2013

Öko-Landwirtschaft geht zurück: Bauern kehren Bio den Rücken

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Noch ist Bio bei Bauern beliebt, doch immer mehr wenden sich ab - aus verschiedenen Gründen.  Foto: dpa

Immer mehr Öko-Bauern kehren wieder zur konventionellen Landwirtschaft zurück. Biologisch zu wirtschaften, ist für viele kein Entschluss für die Ewigkeit - Ärger mit Kontrolleuren, zu strenge Richtlinien oder zu wenig Gewinn sind Gründe für die Abkehr von Bio.

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Die Zahl der Bio-Bauern in Deutschland steigt von Jahr zu Jahr. Zuletzt allerdings um jeweils nur noch knapp drei Prozent. Doch dieser Trend ist nicht so eindeutig wie es scheint. Schon seit Jahren registrieren Freunde der naturnahen Landwirtschaft mit Sorge, dass immer wieder Öko-Landwirte zur konventionellen Landwirtschaft zurückkehren.

Die Branche könnte viel stärker sein, gäbe es keine „Abtrünnigen“. Doch die Bio-Verbände haben sich bisher nicht um die Frage von möglichen Rückumstellungen auf konventionellen Anbau gekümmert. Sie buchten Betriebe, die sich bei der Öko-Kontrollstelle abmeldeten, unter dem Stichwort Hofaufgabe ab. Echte Rückumsteller galten als „Einzelfälle“. Ein Irrtum, wie sich zeigt.

Bereits frühere Studien aus Dänemark, Großbritannien und Österreich haben belegt, dass für einige Landwirte die Entscheidung, biologisch zu wirtschaften, kein Entschluss für die Ewigkeit sein muss. Stimmt die Kasse nicht, ist der Ärger mit den Kontrolleuren zu groß, sind die Richtlinien zu streng, oder kommt der Bauer mit der ökologischen Anbauweise nicht klar, dann ist der Weg zurück eine echte Option.

Bioverbände müssen sich um Mitglieder kümmern

Eine aktuelle Untersuchung des bundeseigenen Thünen-Instituts, an der unter anderem die Uni Kassel beteiligt war, bestätigt dies. Danach haben zwischen 2003 und 2010 im Schnitt jedes Jahr 415 Betriebe Bio den Rücken gekehrt, um wieder konventionell zu arbeiten. Somit kommen auf 10 neue Bio-Landwirte zwei, die den Betrieb ganz aufgeben, und vier, die zur konventionellen Methode zurückkehren. Immerhin belegen diese Zahlen aber auch, dass 95 Prozent der Öko-Bauern ihrem Fach treu bleiben.

Der Studie zufolge sind es vor allem ältere Bio-Bauern sowie kleinere Höfe und Nebenerwerbsbetriebe, die dem Öko-Anbau verloren gehen. Häufig ist der jüngere Hofnachfolger mit Bio nicht einverstanden. Zudem kehren zwei Drittel der Bio-Bauern innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Umstellung zurück zur alten Methode, und zwar vor allem dann, wenn sie keinem Anbauverband angehören. Zudem zählen viele Rückumsteller zu den schlechter ausgebildeten Landwirten. Ein Befund, den die Bioverbände ernst nehmen sollten: Man muss sich um seine Mitglieder kümmern und sie beraten.

Mehr Geld mit Biogas

Vor allem ökonomische Motive spielen bei der Rückkehr eine Rolle. Die Preisdifferenz zwischen Öko und konventionell ist für einige Betriebe zu gering, um den Mehraufwand zu rechtfertigen. Zwar zeigt die Statistik der Testbetriebe, dass sich mit Bio prinzipiell sogar mehr Geld verdienen lässt als mit konventioneller Bewirtschaftung. Doch die Statistik spiegelt nicht das Spektrum wider: Unter den Öko-Testhöfen gibt es einige Betriebe, die sehr viel mehr oder eben sehr viel weniger verdienen als Vergleichsbetriebe aus dem konventionellen Bereich.

Mancher Bauer aber schwenkt trotz guter Einkünfte aus dem Ökolandbau um, weil er mit Biogas noch mehr Geld verdienen kann. Die Folge: In einzelnen Bundesländern sinkt in manchen Jahren sogar die Bio-Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr, etwa im Saarland, in Niedersachsen oder Thüringen.

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