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Lebensmittel-Skandale
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31. Oktober 2013

Pferdefleischskandal: Fleischskandal bleibt folgenlos

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Der Skandal um Pferdefleisch in Fertiggerichten bleibt folgenlos.  Foto: imago stock&people

In Folge des Pferdefleischskandals im Februar fasst die EU-Kommission nur geringfügige Veränderungen der Herkunftskennzeichnung ins Auge. Wirklich präzise Verbraucherinformationen wären zu teuer für Schlachtereien und Zwischenhändler, findet die Kommission.

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Die EU-Kommission fasst in Folge des Pferdefleischskandals vom Februar dieses Jahres nur geringfügige Veränderungen der Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Fleischbestandteile ins Auge. In einem Bericht der zuständigen EU-Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz werden zahlreiche Gründe gegen präzise Verbraucherinformationen zur Herkunft des Fleisches in Fertiggerichten genannt.

Unter anderem führt der zwölfseitige Bericht, der der Frankfurter Rundschau vorliegt, hohe Kosten und sinkende Umsätze für Schlachtereien und Zwischenhändler an, die nach Ansicht der Autoren durch genaue Herkunftsangaben verursacht würden. Deutlich geringere Folgekosten hätte dem Bericht zufolge eine Kennzeichnung, die nur zwischen „aus der EU“ und „nicht aus der EU“ stammenden Tieren unterscheide.

Eine derart allgemeine Herkunftsangabe sei nichtssagend und verletze das berechtigte Interesse der Verbraucher an zuverlässigen Lebensmittelinformationen, kritisiert Bärbel Höhn, stellvertretende Vorsitzende der Grünenfraktion im Bundestag. Umfragen zeigten, dass mehr als zwei Drittel der Deutschen genaue Herkunftsbezeichnungen wünschten und nur ein Zehntel die Angabe EU/Nicht-EU für ausreichend halte. „Wenn sich die Mitgliedsstaaten wieder von Lebensmittelindustrie und Handel einlullen lassen, kann man die Tage bis zum nächsten Skandal schon zählen“, so Höhn zur Frankfurter Rundschau. Die EU-Verbraucherminister hätten auf dem Höhepunkt des Pferdefleischskandals schließlich selbst eine weitgehende Kennzeichnungspflicht befürwortet.

In der Tat schienen im vergangenen Februar Bürger und Regierungen nahe beieinander, jedenfalls vereint im Zorn. Rumänisches Pferdefleisch war über einen niederländischen Großhändler mit Geschäftsadresse in Zypern an eine französische Fleischfirma verkauft, zu Fertiggerichten verarbeitet und als Rindfleisch deklariert worden. Dann landete es, zumeist als Lasagne, in deutschen, britischen und französischen Supermarktregalen. Als die Empörung immer höhere Wellen schlug, echauffierten sich Berliner Politiker und Brüsseler Bürokraten im Namen des Volkes lautstark. So forderte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) EU-weit verbindliche Angaben zur Herkunft des Fleisches auf Lebensmittelverpackungen, die Kommission versprach Abhilfe.

Der Bericht, der in wenigen Tagen veröffentlicht werden soll, spricht allerdings eine ganz andere Sprache. Ohne ausdrücklich die windelweiche EU-oder-Nicht-EU-Angabe zu empfehlen, widmen sich die Autoren ausführlich den vermeintlich desaströsen Auswirkungen einer umfassen Konsumenteninformation. Die europäische Fleischindustrie sei stark klein- und mittelständisch geprägt, die Zahl der Erzeuger, Schlachtereien, Verarbeitungsbetriebe, Zwischenhändler, Fertiggerichte-Hersteller und Einzelhändler kaum übersehbar. Zumindest sei sie zu groß, um mit vertretbarem Aufwand die Herkunft der einzelnen Fleischbestandteile etwa in einer Tiefkühlpizza nachvollziehen und auf der Verpackung angeben zu können.

Fleischabschnitte und Fettreste, die derzeit von der Industrie verwertet würden, könnten kaum mehr kostendeckend zum Einsatz kommen, wenn im Einzelnen deren Herkunft nachgewiesen werden müsse. Strengere Kennzeichnung bedürfe zudem ebensolcher Kontrolle und somit zusätzlichen Personals in den staatlichen Überwachungsbehörden. Alles in allem stiegen die Herstellungskosten um drei bis zehn Prozent, die zum größeren Teil an die Verbraucher weiter gegeben würden.

In der Folge werde der Fleischkonsum zurückgehen, der grenzüberschreitende Fleischhandel litte zugunsten regionaler Erzeuger, Schlachtbetriebe müssten Umsatzeinbußen hinnehmen, Jobs gingen verloren. Die Grünenpolitikerin Höhn verweist demgegenüber auf drei Milliarden Euro, die allein die deutsche Ernährungswirtschaft jährlich für Werbung ausgebe. „Es wäre schon viel gewonnen, wenn nur ein Teil dieser Summe in eine bessere Information der Verbraucher über die tatsächliche Herkunft der Lebensmittel investiert würde.“ Dazu allerdings bedürfe es klarer und strenger Vorgaben aus Brüssel.

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Ja, ich werde weniger im Supermarkt und mehr beim Metzger meines Vertrauens einkaufen.
Nein, warum denn - Pferdefleisch an sich ist ja ungefährlich.
Nein, die aktuellen Vorfälle sind nur medial aufgebauscht.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich reagieren soll.

 

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