Die Zahl der von den Giftmais-Lieferungen betroffenen Landwirtschafsbetriebe hat sich stark. Die Zahl sei von 3560 auf 4467 angestiegen, teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Samstagabend mit. Das liege unter anderem daran, dass Freitagnachmittag noch Vertriebslisten nachgeliefert worden seien. Zuvor war von 6457 Betrieben die Rede gewesen. Diese Zahl sei jedoch auf Doppelnennungen hin überprüft und entsprechend korrigiert worden, hieß es. Ob auch Betriebe außerhalb Niedersachsens betroffen waren, stand zunächst nicht fest.
Der niedersächsische Verbraucherschutzminister Christian Meyer (Grüne) zeigte sich darüber verärgert: „Die verzögerte Zustellung zeigt, dass die Zusage der Wirtschaft, Daten im Rahmen der Verfügbarkeit innerhalb kürzester zeit vorzulegen, nicht funktioniert.“ Die Futtermittelunternehmer seien angewiesen gewesen, ihre Listen bereits zum 26. Februar zu liefern. Derzeit würden Milchproben auf mögliche Belastungen untersucht, hieß es zudem. Mit ersten Ergebnissen sei am Sonntag zu rechnen.
In Niedersachsen sind tausende Tonnen giftiger Mais zu Tierfutter verarbeitet worden. Foto: Daniel Reinhardt (Archiv)
Nach Betrug mit Pferdefleisch und Bio-Eiern war am Freitag mit verseuchtem Futtermais der dritte Nahrungsmittelskandal in Deutschland binnen weniger Wochen bekanntgeworden. Niedersächsische Futtermittelhersteller haben demnach 10.000 Tonnen Mais, die mit dem krebserregenden Schimmelpilz-Gift Aflatoxin verseucht waren, an Tausende Bauernhöfe in Deutschland und den Niederlanden ausgeliefert. Dort wurde der Mais auch an Kühe verfüttert. Der Milchindustrie-Verband hat Milch und Milchprodukte in Deutschland für unbedenklich erklärt.
Bundes-Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat den Herstellern von Futtermitteln vorgeworfen, frühzeitige Hinweise auf Verunreinigungen ignoriert zu haben. (rtr)
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