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10 Jahre Internet-Blase: Die Republik im kollektiven Rausch

Das Fanal - die Deutschland AG zerbricht

19. November 1999: Beschäftigte von Mannesmann protestieren in Ratingen gegen eine Übernahme der Mobilfunkmarke D2 durch den britischen Konkurrenten Vodafone - letztlich vergebens. (Bild: dpa)

Begründet wurde das Wirtschaftswunder vor allem mit der Globalisierung, also der internationalen Ausweitung von Produktion, Konsum und Finanzmärkten, sowie der "High-Tech"-Entwicklung in Kommunikation oder Medizin.

Die Inflation galt als gebannt, die Zinsen würden weiter sinken, Produktivität und Gewinne der Unternehmen dauerhaft steigen. Ergänzt wurde das Szenario durch die Aussicht auf umfangreiche Privatisierungsaktionen sowie den schwindenden Einfluss der Gewerkschaften.

Hinter all dem verbirgt sich ein grundlegender ideologischer Wandel. Nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus feiert der Kapitalismus fröhliche Urständ´. Von den USA breitet sich weltweit eine neue Heilslehre aus, die die Aktienmärkte ungemein beflügelt.

Sie fordert von den Managern, den Interessen der Anteilseigner zu folgen und den Shareholder-Value, also den Börsenwert der Unternehmen, zu steigern. Und weil sich die Führungskräfte über Aktienoptionen dabei goldene Nasen verdienen können, sind sie auch gerne bereit, den Vorgaben zu folgen.

Unter dem wachsenden Druck der Finanzmärkte zerbricht schließlich auch die Deutschland AG. Als Fanal erweist sich die Übernahmeschlacht, die Mannesmann Anfang 2000 gegen den britischen Mobilfunker Vodafone verliert. Auch dabei machen viele Aktionäre noch einmal einen lukrativen Schnitt, bevor die Börsenblase platzt. Der aktuelle Kurs von Infineon liegt übrigens bei 4,30 Euro.

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Datum:  10 | 3 | 2010
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